Sicherheit

Klage gegen den Architekten der Costa Concordia

Vorwurf: Mangelhafte Sicherheit aus Profitgründen

- Mehr als fünf Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia droht jetzt ein weiteres juristisches Nachspiel des Unglücks. Ein amerikanischer Anwalt hat jetzt den Reedereikonzern Carnival Corporation und die Architekten der Costa Concordia verklagt. Das berichtet "FAZ Online". Der Anwalt John A. Eaves aus Jackson (Mississippi) bestätigte demnach, dass er am Montag zusammen im Auftrag zweier US-Staatsbürger, die das Unglück vor der italienischen Insel Giglio überlebt hatten, Klage in Los Angeles eingereicht hat.

Es geht darin um den Vorwurf, dass das Unternehmen die mögliche Gefahr der Instabilität des Schiffes mit insgesamt 13 Stockwerken in Kauf genommen hätte, um dafür an Bord eine große Anzahl an Casinos, Restaurants und Wellness-Bereichen anbieten zu können.

Nach der Kollision mit den Felsen vor der Insel Giglio seien zu viele Stockwerke über der Wasserlinie gewesen im Verhältnis zu dem flacheren Rumpf unter der Wasserlinie. "So konnte das Schiff schneller auf die Seite kippen." Der Zugang zu den Rettungsbooten sei auf diese Weise erschwert worden oder zum Teil nicht mehr möglich gewesen. Sogar die Titanic sei sicherer gewesen, da sie sich nicht so schnell schräg gelegt hätte.

Seit Mitte Juni läuft die Bergung der Costa Concordia. Arbeiter bereiten zunächst das Abtrennen des Mastes vor. Auch die Rutschbahn des Schwimmbads, der Schornstein und das große Logo "C" der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere sollen danach entfernt werden. Die Bergung des Schiffswracks soll insgesamt ein Jahr dauern. Der 290 Meter lange Schiffskörper wird nach seiner Sicherung im Ganzen geborgen, abtransportiert und dann zerlegt. Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes waren am 13. Januar 30 Menschen um Leben gekommen, darunter zwölf Deutsche. Zwei Menschen werden noch immer vermisst.