Urteil

Der Gründer von Kino.to muss ins Gefängnis

Hohe Haftstrafe: Viereinhalb Jahre für den 39-Jährigen

- Ein Jahr nach der Sperrung des illegalen Filmportals Kino.to ist der Gründer und Chef zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach den 39-Jährigen am Donnerstag der massenhaften Urheberrechtsverletzung schuldig. Über Kino.to waren bis zur Stilllegung durch die Behörden im Juni 2011 rund 135.000 raubkopierte Filme, Serien und Dokumentationen im Internet erreichbar. "Es ist offenkundig, dass es die schwerste bisher bekannt gewordene gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung war", sagte der Vorsitzende Richter Karsten Nickel.

Der gelernte Fußbodenleger aus Leipzig hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Das war Teil eines sogenannten Deals, den die Wirtschaftsstrafkammer angeregt hatte, um das Verfahren zügig zum Abschluss zu bringen. Immerhin hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mehr als eine Million Links zusammengetragen, über die die Nutzer die urheberrechtlich geschützten Filme kostenlos erreichen konnten.

Der Kino.to-Chef wurde zudem dazu verurteilt, sein beträchtliches Millionen-Vermögen abzugeben. Kino.to machte Geld über Werbeanzeigen auf der Seite. Rund 3,7 Millionen Euro sollen "abgeschöpft" werden. Von allen Kino.to-Machern - fünf weitere wurden bisher ebenfalls verurteilt - hatte der Gründer am meisten verdient. Chefankläger Dietmar Bluhm hatte in allen Kino.to-Prozesses immer wieder betont: "Den Mitwirkenden ging es einzig und allein um den Profit." Für die viel diskutierte Freiheit des Internets habe keiner gekämpft. Das Landgericht verließ er am Donnerstag nach einem Jahr Untersuchungshaft vorläufig freien Fußes. Die Kammer setzte den Haftbefehl gegen Meldeauflagen außer Vollzug. Richter Nickel hat auch erklärt, dass die Kammer eine Verbüßung der Strafe im offenen Vollzug befürworten würde.

( dpa )