Justizirrtum

Nach fast 30 Jahren ein Freispruch im Mordfall Lolita

Landgericht: Keine Beweise für Schuld des Ex-Freundes

- Der Mord an der 18-jährigen Lolita Brieger bleibt auch nach fast 30 Jahren ungesühnt. Überraschend sprach das Landgericht Trier am Montag ihren Ex-Freund, einen heute 51 Jahre alten Landwirt, aus Mangel an Beweisen vom Tatvorwurf frei. Außerdem ordnete das Gericht nach Angaben einer Sprecherin an, dem seit Anfang September in Untersuchungshaft sitzenden Mann die Auslagen für den Prozess zu ersetzen.

Das Gericht folgte damit dem Plädoyer der Verteidigung, die Staatsanwaltschaft hatte lebenslang wegen Mordes gefordert. Der Angeklagte hatte während des gesamten Prozesses um den Mord an seiner schwangeren Ex-Freundin geschwiegen. Deren Leiche war erst im Jahr 2011 nach dem Hinweis eines Zeugen auf einer Müllkippe im nordrhein-westfälischen Frauenkron in der Nähe ihres Elternhauses entdeckt worden.

Die in Frauenkron wohnende 18-jährige Lolita Brieger war am 4. November 1982 spurlos verschwunden. Sie war damals im vierten oder fünften Monat von ihrem Ex-Freund schwanger. Weil der Vater des Freundes gegen die Beziehung war, kam es häufig zu Auseinandersetzungen. Am Tag vor dem Verschwinden des Mädchens trennte sich ihr Freund von ihr. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft besuchte Lolita Brieger diesen am Folgetag noch einmal. Dabei habe dieser die junge Frau erdrosselt und ihre Leiche auf der Müllkippe vergraben. Für diesen Tatablauf sah das Gericht nun aber keine hinreichenden Beweise.

Im Jahr 2011 hatte die Polizei nach einer neuen Fahndung mithilfe der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" neue Zeugenhinweise bekommen. Ein Mann gab damals an, dem Ex-Freund des Opfers 1982 bei der Beseitigung der Leiche von Lolita Brieger geholfen zu haben. Die Ermittler entdeckten daraufhin tatsächlich deren sterbliche Überreste und Kleidungsstücke.