Großeinsatz

Polizei zerschlägt internationalen Kinderporno-Ring

Fahnder nehmen 190 Verdächtige weltweit fest

- US-Fahnder haben in einem Großeinsatz einen internationalen Kinderporno-Ring zerschlagen. Bei dem Einsatz seien bei Razzien im Mai insgesamt 190 Verdächtige in mehreren Ländern festgenommen worden, auch in Europa, erklärte die US-Immigrations- und Zollbehörde ICE am Freitag (Ortszeit) in Los Angeles. Die Festgenommenen müssen sich unter anderem wegen des Besitzes, der Verteilung und der Herstellung von kinderpornografischem Material verantworten. 18 Kinder wurden demnach vor ihren Peinigern gerettet. Zahlreiche Beschuldigte suchten den Angaben zufolge im Internet ihre Opfer. "Viele Opfer wurden von Tätern missbraucht, die sie in einem Online-Chat kennengelernt hatten", sagte ICE-Direktor John Morton.

In Los Angeles wurden demnach acht Männer festgenommen. Weitere Festnahmen gab es in Argentinien, Spanien, den Philippinen und Großbritannien. Ein festgenommener 35-Jähriger aus Louisiana steht laut ICE im Verdacht, pornografische Fotos von einem siebenjährigen Kind angefertigt zu haben, dessen Babysitter er war. Einen 29-Jährigen aus Los Angeles überführte die Behörde, indem sich die Ermittler im Internet als zwölfjähriges Mädchen ausgaben. Demnach hatte der Mann "unzüchtige Handlungen" mit seinem Opfer geplant. Bei einem 28-Jährigen aus Michigan wurden den Angaben zufolge mehr als 1200 Fotos und über 100 Videos gefunden. Ein 54-Jähriger aus Michigan soll der Behörde zufolge mit einem Minderjährigen Sex gehabt und dabei Fotos gemacht haben. Bei einem weiteren Einsatz gingen Fahnder gegen Verdächtige im US-Bundesstaat Indiana vor, die Ermittlungen ziehen sich aber auch bis nach Schweden, die Niederlande und Serbien. Dabei sei eine gefährliche Gruppe enttarnt worden, die "sexuell eindeutige" Bilder von Kindern unter fünf Jahren verbreitet habe, erklärte Vizejustizminister Lanny Breuer.