Kriminalität

Betreuer gab Hinweis auf Täter im Fall Lena

Pädagoge hatte 18-Jährigem oft zu Therapie geraten

- Nach der Ermordung der elfjährigen Lena in Emden hat der Betreuer des mutmaßlichen Täters den entscheidenden Hinweis gegeben. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" meldet, wandte sich der Pädagoge am 28. März an die Polizei, vier Tage nachdem das Mädchen erwürgt worden war. Kurz darauf nahmen Beamte einen 18-Jährigen fest.

Der Familienhelfer hatte sich im Auftrag des Jugendamts Aurich seit November 2011 um den jungen Mann gekümmert. Der 18-Jährige ging daraufhin am 23. November zur Polizei und erklärte, er habe Kinderpornos besessen und ein kleines Mädchen nackt fotografiert. Der Betreuer erklärte, er habe seinen Schützling mehrfach gedrängt, wegen seiner pädophilen Neigungen eine Therapie zu machen. Damit habe er jedoch keinen Erfolg gehabt.

Bevor die Polizei den 18-Jährigen festgenommen hatte, war zunächst ein Unschuldiger in den Fokus der Ermittlungen gelangt. Die Polizei hatte einen 17-Jährigen festgenommen und im Polizeikommissariat in Emden verhört. Vor dem Revier versammelten sich daraufhin rund 50 Personen, die seine Herausgabe verlangten. Zu Übergriffen kam es nach Angaben der Staatsanwaltschaft dabei nicht. Wie sich herausstellte, waren die Menschen einem Aufruf zur Lynchjustiz gefolgt, der über das soziale Netzwerk Facebook verbreitet worden war.

Die Staatsanwaltschaft Aurich hat in der vergangenen Woche gegen einen 18-Jährigen Anklage erhoben, der offenbar hinter diesem Aufruf steht. Ihm werde vorgeworfen, am 27. März über sein Facebook-Profil zur Erstürmung des Polizeikommissariats und zum Lynchmord aufgerufen zu haben.