Fähre

Schiffsunfall im Lübecker Hafen verläuft glimpflich

Die gerammte Fähre schwimmt inzwischen wieder

- Erleichterung im Fährhafen Lübeck-Travemünde: Die Kollision des Passagierschiffs "Nils Holgersson" mit der Fähre "Urd" ist relativ glimpflich ausgegangen. "Es hat hohen Sachschaden an den beiden Schiffen gegeben, aber glücklicherweise sind keine Menschen verletzt worden", sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), nachdem er sich am Skandinavienkai über die Lage informierte. Dort war am Donnerstagabend die "Nils Holgersson" bei einem Wendemanöver aus dem Ruder gelaufen und hatte ein großes Loch in die Bordwand der "Urd" gerissen.

Durch das Loch unterhalb der Wasserlinie strömte Wasser in das Autodeck des Schiffes, das bereits voll beladen war. Unmittelbar nach dem Unfall hatten die Behörden zunächst mit dem Schlimmsten gerechnet. "Wir mussten von einer großen Zahl von Verletzten ausgehen, deshalb sind Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Rettungsdienste zunächst mit insgesamt 120 Einsatzkräften angerückt", sagte Möller. Noch in der Nacht hatten Taucher das Loch mit Stahlplatten verschlossen, anschließend wurde das Wasser langsam aus dem Schiff gepumpt. "Es hatte zunächst leichte Schlagseite, lag mit dem Bug tiefer im Wasser, als mit dem Heck. Durch das Abpumpen hat es seine Lage wieder stabilisiert", sagte eine Sprecherin des Havariekommandos, das am späten Donnerstagabend zunächst die Einsatzleitung übernommen hatte. Nachdem am Freitag klar war, dass keine Gefahr mehr für Schiff und Umwelt bestand, gab die Behörde die Leitung am Mittag an die Lübecker Hafenbehörde ab. Rätselraten herrschte noch über die Unfallursache. Die aus Schweden kommende "Nils Holgersson" hätte auf der Trave wenden müssen, um rückwärts an den Anleger zu manövrieren. Stattdessen war sie nach Augenzeugenberichten geradeaus gefahren und der "Urd" in die Seite gerauscht.