Meteorexplosion

Ein Feuerball am Himmel hält die USA in Atem

Meteorexplosion bringt Häuser zum Schwanken

- Von bebenden Häusern, weinenden Kindern, entsetzten Notrufen berichten die einen; von göttlichem Grollen und Glücksgefühlen die anderen: Was immer am Sonntag früh um 7.58 Uhr Ortszeit blitzartig den Himmel über Nevada und Kalifornien durchzog - vermutlich ein Meteor -, es beeindruckte Zeugen von Reno bis San Francisco tief. Entlang einem Streifen von rund 1000 Kilometer Länge erlebten Menschen einen "weiß-roten Feuerball" oder "einen hellgrünen Schweif mit einem leuchtend rot-weißen Kopf", einen gewaltigen Knall wie beim Durchbrechen der Schallmauer durch einen Jet, der Autoalarme auslöste, oder ein leichtes Donnergrollen. Es soll auch Leute in dem Gebiet gegeben haben, die das Ganze für Erfindung von LSD-benebelten Hippies halten.

Sie irren. Meteorologen, Astronomen und die American Meteor Society (AMS) in New York sind sich einig, dass es den außerordentlich hellen Feuerball gegeben hat. Laut Robert Lunsford von der AMS ist es "ziemlich selten", dass ein Meteor am Tag überhaupt wahrgenommen wird und einen solchen Knall produziert: "Um den Knall zu erzeugen, muss der Meteor bis etwa in Höhe von siebeneinhalbtausend Metern intakt geblieben sein; die meisten Feuerbälle werden in etwa 75 Kilometer Höhe gesichtet." Astronom Dan Ruby von der University of Nevada schätzt, dass der Meteor vor dem Zerbersten "etwas größer als eine Waschmaschine" gewesen sein könnte. Einen Zusammenhang mit den April-Lyriden, einem Meteorenstrom, der am 22. April seinen Höhepunkt erreichte, hält er für unwahrscheinlich.

Gewöhnlichen Sterblichen reicht die sinnliche Erfahrung. "Ich habe seit 30 Jahren den Himmel beobachtet und niemals etwas so Großartiges und Seltsames gesehen", sagte Matthew Neal aus San Francisco. Die Suche nach Fragmenten des Meteors hat begonnen.

( us )