Unglück

Filmemacher lockt Haie in Ufernähe - ein junger Surfer stirbt

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Zweimal hatte der Hai bereits angegriffen.

- Bei der dritten Attacke versuchte David Lilienfeld, einer der besten Bodyboard-Surfer Südafrikas, sein Brett zwischen sich und das vier Meter lange Tier zu bringen, berichteten Augenzeugen später. Sein Bruder Gustav (18) hatte mit vier Freunden nur wenige Meter von ihm entfernt gesurft, er versuchte, seinem schreienden Bruder zu Hilfe zu kommen. Vergeblich. Der Weiße Hai zog den 20-Jährigen unter Wasser, trennte ihm das rechte Bein ab. Lilienfeld starb. Da mehrere Haie in der Nähe gesichtet wurden, konnte die Leiche des jungen Mannes zunächst nicht geborgen werden.

Das Unglück passierte während einer kontrovers geführten Debatte um die Haiindustrie in Kapstadt. Surfer und Anwohner hatten in den Wochen vor dem Unfall vehement gegen die Erteilung einer Lizenz an den amerikanischen Dokumentarfilmer Chris Fischer protestiert, über einen Zeitraum von drei Wochen fünf Tonnen Fisch zu verwenden, um Haie anzufüttern. Zum Vergleich: Die drei offiziellen Veranstalter von Hai-Käfig-Tauchtouren dürfen täglich lediglich 25 Kilogramm verfüttern. Touristen werden in Käfigen ins Wasser gelassen, wo sie dann die Haie beobachten können.

Gestern zogen die Behörden die Genehmigungen zurück. "Dieser Vorgang ist eine schreckliche Tragödie, und ich bin sehr geschockt", sagte der Direktor des Instituts für Artenvielfalt und Meeresforschung, Alan Boyd, "alle entsprechenden Forschungsprojekte wurden unmittelbar gestoppt."

Fischer widersprach dem Vorwurf, dass seine Arbeit für "National Geographic" in irgendeiner Weise etwas mit dem Tod des 20-Jährigen in der Nähe von Kapstadt zu tun haben könnte. Man habe den Küstenabschnitt vor mehr als drei Tagen verlassen, rechtfertigte sich Fischer auf seiner Facebook-Seite, "während der 24-stündigen Dreharbeiten wurden 24 Kilogramm Sardinen verfüttert".

Lilienfeld, ein Student an der Technischen Universität Kapstadt, hatte Südafrika bei der Bodyboard-Weltmeisterschaft auf den Kanarischen Inseln im September repräsentiert. Das Surfen sei sein Leben gewesen, sagte sein Vater, "er starb bei dem, was er geliebt hat".

( cpu )