Nahverkehr

Umfrage: Chemnitz hat die meisten Schwarzfahrer

Bundesweit entgehen den Verkehrsbetrieben Millionen

- Die Städte Chemnitz, Köln, Berlin, Oberhausen und Bonn haben nach einer Umfrage der "Wirtschaftswoche" die bundesweit höchsten Schwarzfahrerquoten in Bussen und Bahnen. Chemnitz sei mit einem Schwarzfahreranteil von sechs Prozent der Fahrgäste Spitzenreiter, berichtete das Magazin. In den 35 größten Städten des Landes hatte die Zeitschrift die Verkehrsbetriebe befragt. Fünf davon beteiligten sich nicht an der Umfrage.

Im zweitplatzierten Köln sind es knapp fünf Prozent, in Berlin, Oberhausen und Bonn jeweils rund vier Prozent, die kein Ticket haben. Die wenigsten Schwarzfahrer haben die beiden Ruhrgebietsstädte Gelsenkirchen und Bochum mit 0,6 Prozent, gefolgt von Nürnberg (0,9) und Krefeld (1,0). Die Verluste der Verkehrsunternehmen sind laut der Umfrage erheblich: Allein im vergangenen Jahr verloren sie in den 35 Städten mehr als 120 Millionen Euro an Einnahmen. Hinzu kommen die Kosten für das Kontrollpersonal. Bundesweit schätzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) den Gesamtschaden auf 350 Millionen Euro. Fast jedes zweite Unternehmen will nun stärker in Bussen und Bahnen kontrollieren.

Nach den Städten Chemnitz (6,0), Köln (4,7), Berlin (4,0), Oberhausen (4,0) und Bonn (3,9) folgen Hamburg (3,5), Duisburg (3,3), Kiel, München, Stuttgart, Wiesbaden, Wuppertal (je 3,0). Weniger als drei Prozent Schwarzfahrer gibt es in Bielefeld, Dresden (je 2,7), Augsburg, Mönchengladbach (je 2,5), Freiburg (2,4), Düsseldorf (2,0), Hannover, Karlsruhe (je 1,8), Essen (1,7), Aachen (1,6), Braunschweig, Halle/Saale, Leipzig (je 1,5), Dortmund (1,4), Krefeld (1,0), Nürnberg (0,9), Bochum und Gelsenkirchen (je 0,6). Keine Angaben machten laut "Wirtschaftswoche" die Unternehmen in Bremen, Frankfurt, Mannheim, Magdeburg und Münster.