Alzheimer

Rudi Assauers schwierige Scheidung

Gericht muss klären, wie schwer der Ex-Manager bei der Hochzeit an Alzheimer erkrankt war

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Kein beiderseitiges Einverständnis

Heute wäre vielleicht einiges einfacher, wenn sie Gäste eingeladen hätten. Menschen, die Assauer nahestehen und die von der standesamtlichen Trauung erzählen könnten. Denn heute, knapp ein Jahr nach der Heirat, will sich Rudi Assauer, einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge, von Britta Assauer scheiden lassen. Die Scheidungsklage wurde bereits beim Familiengericht in Gelsenkirchen-Buer eingereicht. Assauers Vorsorgebevollmächtigter, Heinz-Gerhard Bull, habe das in Assauers Auftrag getan. Die beteiligten Anwälte beider Seiten bestätigen das. Das ist aber auch das Einzige, worin sie sich einig sind. Denn Noch-Ehefrau Britta will sich gar nicht scheiden lassen. Sie glaubt ganz fest, dass Assauer sie noch liebt. Und dass sie mit ihm zusammenbleiben will, daran lässt sie keinen Zweifel.

Es geht also um eine Trennung, die nicht im beiderseitigen Einverständnis vollzogen werden soll. Das kann lange dauern. Denn jetzt muss erst mal geklärt werden, in welchem Zustand der an Alzheimer erkrankte Assauer bei der Trauung im April 2011 war, mit welchem Bewusstsein er Ja zu Britta Idrizy gesagt hat und ob die Ehe vielleicht gar nicht gültig ist. Und ob Britta Assauer seine schwierige Lage vielleicht ausgenutzt habe.

Sie sieht sich als Opfer einer Intrige. Als Opfer eines Versuchs, die Ehe zu zerstören. Am 12. Dezember 2011 war es, da holte Assauers Tochter Bettina Michel (46) ihren Vater zum Essen ab. Seitdem lebt er nicht mehr bei seiner Frau, die das alles nicht versteht. Sie ließ die Schlösser auswechseln, sie ließ niemanden aus Assauers Familie und Bekanntenkreis hinein.

Ja, es sei schwer gewesen mit ihm. Sagt sie. Er habe nur eineinhalb Stunden geschlafen in der Nacht. Er habe Menschen gesehen, die im Garten tanzten, Menschen im Haus gehört, die gar nicht da waren. Aber sie konnte mit seinen Wahnvorstellungen leben. Der "Bild"-Zeitung sagte sie, dass sie sich niemals scheiden lassen wollte. "Rudi war bei vollem Verstand, als wir uns kennengelernt haben", sagte sie.

Es gibt Gerüchte, wonach Britta Assauer psychisch labil ist. Sie weist das zurück. Und tatsächlich deuten ihre Auftritte eher auf eine starke Frau, die weiß, was sie will. Im Februar schrieb sie in der "Bunten" einen Liebesbrief an Assauer. Sie sähe keinen anderen Weg, hieß es. Weil sie befürchtete, ein direkter Brief würde von Assauers Tochter angefangen werden.

Es war ein trauriger Anblick, als Rudi Assauer am 14. März in der Villa in Gelsenkirchen seine Frau Britta in Begleitung seines Anwalts und einer Richterin zu einem Schlichtungstermin traf. "Papa, geh rein!", hörte man Tochter Bettina Michel rufen. Sie dirigierte einen Mann, der nichts mehr hatte von einem Manager. Von Macho-Allüren und Sprüchen. Einen ergrauten Herren in geknöpfter Strickjacke sah man, der irgendwie unschlüssig wirkte, hin- und hergerissen zwischen seinen Begleitern und der schlanken blonden Frau in der Tür, die ihn am Arm hielt. Sie verschwanden hinter der Haustür, die irgendwann von Britta Assauer geöffnet wurde. Assauers Anwalt habe ihr den Arm umgedreht, sagte sie. Dabei wollte sie ihren Mann doch nur berühren.

Bei einer Miss-Germany-Wahl waren sie sich zum ersten Mal begegnet. Assauer, der Kenner schöner Frauen, saß in der Jury. Britta Idrizy war als Journalistin dabei.

2010 wirkten sie sehr verliebt

Bei öffentlichen Auftritten wie der Unesco-Gala in Düsseldorf im Oktober 2010 wirkten sie sehr verliebt. Assauer kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. "Tough" sei die neue Frau an seiner Seite, einfach "faszinierend". Und Britta Idrizy lobte seinen Witz, seine Zärtlichkeit - und dass er so ordentlich sei. Aus seinem Umfeld gab es zunächst viele positive Reaktionen auf die neue Freundin. Sie tue ihm gut, hieß es. Sie kümmere sich rührend um ihn. Er fühle sich bei ihr sicher. Die Schauspielerin Simone Thomalla (46), die acht Jahre lang mit Assauer zusammengelebt hat, bevor sie sich mit handfesten Streitereien trennten, wünschte ihm und Britta öffentlich alles Gute. So, als wäre sie auch froh, dass er jemanden gefunden hat.

Kurz nach der Hochzeit hatte Britta Assauer in der "Bunten" sogar davon gesprochen, dass sie gern ein Kind von Assauer hätte. "So'n kleinen Kicker." Assauer sagte: "Mal gucken." Er wünschte sich nur eines. Dass es möglichst lange gut gehe mit ihnen - und damit meinte er vermutlich vor allem sich und seine Gesundheit. "Fünf, sechs, meinetwegen auch sieben Jahre" gab er ihnen. Das ist noch kein Jahr her. Heute muss sie sich nicht nur der Scheidungsklage stellen, sondern auch der Räumungsklage. Die Villa ist längst verkauft. Britta Assauer will nicht ausziehen.