Unfall

Total rüstet sich für Explosion an Gasplattform

Weiter Unklarheit, wie das Leck geschlossen werden soll

- Noch am Vortag hatte das Unternehmen die Gefahr einer Explosion zurückgewiesen. Nur etwa Hundert Meter vom ausströmenden, hochexplosiven Giftgas entfernt brannte weiter eine Fackel überschüssiges Gas ab. Wie das Leck geschlossen werden soll, blieb offen. "Wir bewerten derzeit noch die Lösungen", teilte der Konzern mit.

Der Ursprung des Gases liegt nach Angaben von Total in einer Gesteinsschicht in etwa 4000 Metern Tiefe. Leckgeschlagen sei eine Leitung, die bereits vor einem Jahr versiegelt worden sei, teilte eine Firmensprecherin in Aberdeen mit. Zwar tritt das Gas auf der Plattform "Elgin" selbst aus und damit über dem Wasserspiegel. Ingenieuren zufolge ist es jedoch für die Reparatur wichtig zu wissen, woher es stammt. Die "Elgin" liegt rund 240 Kilometer vor der schottischen Küste, wo das Wasser weniger als 100 Meter tief ist. Der Sprecherin zufolge soll ein Tauchroboter den Zustand des Meeresbodens untersuchen.

Die Fackel an der Plattform dürfte nach Angaben des Total-Sprechers noch einige Tage brennen und dann von selbst ausgehen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnte in diesem Zusammenhang vor einer raschen Zunahme der Explosionsgefahr, sollten sich die derzeit günstigen Windverhältnisse ändern. Total müsse das Leck "in den nächsten Tagen stoppen", sagte er im Deutschlandfunk. Experten von Greenpeace forderten von Total Auskunft darüber, wie viel Gas noch ausströmen könnte. "Nochmal die Frage an Total, was gedenken sie jetzt zu unternehmen, wie lange müssen wir noch mit diesem Gas rechnen, und wie viel ist überhaupt noch drin?", fragte ein Ölfachmann der Umweltorganisation.

Total hatte alle 238 Arbeiter der Plattform am Sonntag in Sicherheit gebracht. Nach früheren Angaben des Konzerns könnte es bis zu sechs Monate dauern, um das Leck zu stopfen. Ingenieure weisen darauf hin, dass eine Entlastungsbohrung - eine der Lösungsansätze - Monate dauern würde, weil sie mit hoher Präzision durch vier Kilometer Gestein vorgenommen werden müsste. Eine derartig lange Reparaturzeit könnte Experten zufolge für Total Kosten von drei Milliarden Dollar bedeuten, bei einer Explosion wäre mit bis zu zehn Milliarden Dollar zu rechnen.