Naturkatastrophe

Schwerstes Beben seit 25 Jahren

Trotz massiver Schäden hat das schwere Erdbeben der Stärke 7,4 im Süden Mexikos offenbar keine Todesopfer gefordert. Bis Mittwochabend lagen den Behörden zwar Berichte über Verletzte, allerdings nicht über Tote vor. Im Staat Oaxaca wurden nach Angaben des Innenministeriums neun Menschen verletzt, in Mexiko-Stadt waren es zwei.

Dabei handelte es sich um eines der stärksten Beben in Mexiko seit den verheerenden Erdstößen von 1985. Damals kamen in der Hauptstadt mindestens 10.000 Menschen ums Leben.

Das Beben vom Dienstag, das Tausende Menschen in Panik auf die Straße trieb, zerstörte im Staat Guerrero Dutzende Häuser. Rund 800 weitere wurden beschädigt. Selbst in Mexiko-Stadt - mehr als 300 Kilometer vom Zentrum des Erdbebens entfernt - waren die Erdstöße noch deutlich zu spüren. Bürotürme schwankten, Angestellte flohen auf die Straße. Eine Fußgängerbrücke stürzte ein und begrub einen leeren Bus unter sich. In einigen Gebäuden in der Hauptstadt zersprangen die Fensterscheiben, und es fiel Putz von der Decke. Dass es bei dem Erdbeben offenbar keine Todesopfer gab, schrieben Experten vor allem vier Umständen zu: dem Ort und der Art des Bebens, dem Fehlen hoher Gebäude in der Region und den Erfahrungen im Umgang mit Erdstößen. Seit 1973 wurden im Umkreis von 500 Kilometern um das Zentrum mindestens 15 Erdbeben der Stärke 7 oder mehr registriert.

Das Zentrum lag in rund 18 Kilometer Tiefe 25 Kilometer außerhalb der Stadt Ometepe. Im nahe gelegenen Huajuapan sagte Hotelbesitzer Marco Antonio Estrada, das Beben sei das schwerste gewesen, an das er sich erinnern könne.

Auch in Oaxaca, dem Nachbarstaat von Guerrero, war das Beben deutlich zu spüren. Die ältere Tochter von US-Präsident Barack Obama, Malia, die sich mit Mitschülern in Oaxaca aufhielt, war entgegen ersten Befürchtungen von dem Beben allerdings nicht betroffen.

In Mexiko-Stadt fielen sich auf dem Platz vor dem Denkmal des Engels der Unabhängigkeit weinende Frauen in die Arme. Andere Menschen tippten nervös auf ihren Mobiltelefonen. Hunderte Menschen suchten auf dem offenen Gelände Sicherheit.

Bürgermeister Marcello Ebrard twitterte: "Wir haben ein Erdbeben." Es gebe aber keine Probleme mit "strategischen Einrichtungen" wie dem Wassersystem. Anwohner berichteten hingegen, der Wasserdruck habe nachgelassen. Auch brach das Telefonnetz in Mexiko-Stadt und anderen von dem Beben betroffenen Gebieten vorübergehend zusammen.

Der Betrieb am Flughafen von Mexiko-Stadt war vorübergehend unterbrochen. Etwa 40 Passagiere saßen kurzzeitig im Zug zum Flughafengelände fest. Es entstanden allerdings keine Schäden an den Landebahnen. Der Betrieb wurde wieder aufgenommen.