Unglück

Dutzende Tote nach Untergang einer Fähre in Bangladesch

Beim Untergang einer Fähre mit etwa 200 Passagieren an Bord sind am Dienstag in Bangladesch vermutlich Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bis zum Nachmittag wurden 32 Todesopfer geborgen, wie die örtliche Polizei mitteilte.

Die meisten Passagiere wurden von dem Unfall im Schlaf überrascht, nur rund 35 Menschen wurden zunächst gerettet.

Das Unglück ereignete sich gegen 2.30 Uhr (Ortszeit; Montag, 21.30 Uhr MEZ) auf dem Fluss Meghna südöstlich der Hauptstadt Dhaka. Die zweistöckige "Shariatpur 1" wurde von einem Frachtkahn gerammt und sank.

Taucher hätten bislang 32 Leichen aus dem Schiffswrack geborgen, darunter fünf Frauen und zwei Kinder, sagte der örtliche Vizepolizeichef Tariqul Islam. "Ein Taucher barg eine tote Frau, die ihre tote Tochter an die Brust drückte." Die Opferzahl werde vermutlich ansteigen, fügte Islam hinzu. Tausende Schaulustige säumten die Ufer und beobachteten die Bergung der Leichen.

Die Bergungsarbeiten verlangsamten sich jedoch im Laufe des Tages. Mit Rettungsbooten wurde versucht, das Wrack an die Wasseroberfläche zu ziehen, um es dann an Land zu schleppen. "Das kann Stunden dauern, weil das Schiff tief im Wasser war und Fracht an Bord hatte", sagte Marine-Kommandeur Gulzar Hossain. Die Fähre sei auf die Seite gekippt. Es würden zahlreiche Leichen im Innern vermutet. Die genaue Passagierzahl war nicht bekannt.

Mahbubul Alam von der Behörde für Wassertransport sagte, offenbar sei die 1991 gebaute Fähre nach der Kollision in kürzester Zeit gesunken. Ein Augenzeuge habe berichtet, das Schiff sei binnen Minuten gekentert. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden. Rund 35 Passagiere konnten von einer anderen Fähre gerettet werden. Deren Kapitän sagte, er habe sein Schiff unverzüglich gestoppt, nachdem er Hilferufe gehört habe. Ein Überlebender sagte, acht seiner Angehörigen würden immer noch vermisst.

In Bangladesch, das in einem riesigen Flussdelta liegt, sind Fähren ein wichtiges Transportmittel. Immer wieder kommt es in dem bitterarmen, dicht bevölkerten Land zu Schiffsunglücken mit schweren Folgen.