Berufungsverfahren

Prozess um Concorde-Absturz neu aufgerollt

Der Prozess um den Absturz des Überschallflugzeugs Concorde vor knapp zwölf Jahren wird seit Donnerstag neu aufgerollt. In Versailles bei Paris begann das Berufungsverfahren, das bis 9. Mai die Schuldfrage klären soll. Bei der Katastrophe im Juli 2000 waren 113 Menschen gestorben, darunter 97 Deutsche.

Im Dezember 2010 hatte ein Pariser Strafgericht der US-Fluggesellschaft Continental die alleinige Schuld für das Unglück gegeben. Die Concorde war kurz nach dem Start in Paris abgestürzt, nachdem sie über ein Metallteil gefahren war, das zuvor ein Continental-Flugzeug verloren hatte. Dem damaligen Urteil zufolge beschädigten herumfliegende Teile einen Treibstofftank des Überschallflugzeugs, der sich entzündete.

Continental beharrt darauf, dass das Flugzeug bereits vorher brannte. "Der Fall ist von Anfang an schiefgelaufen", sagte Continental-Anwalt Olivier Metzner vor Prozessbeginn. Air France als Concorde-Betreiber hätte auf die Anklagebank gehört, forderte er.

Der Star-Verteidiger will sechs Zeugen aufbieten, die damals für Air France arbeiteten und im ersten Prozess nicht angehört wurden. Das Verfahren habe damals "mehrere Defizite" aufgewiesen, kritisierte Metzner. Er hoffe, dass der Berufungsprozess auf einer "gesünderen Grundlage" stehen werde.

Continental versuche nur, die eigene Schuld auf Air France abzuwälzen, entgegnete der Anwalt der französischen Fluggesellschaft, Fernand Garnault. Das Pariser Strafgericht hatte Continental vor gut einem Jahr zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro und einer Entschädigung von einer Million Euro an Air France verurteilt.

Von den fünf Angeklagten wurde lediglich der Continental-Mechaniker John Taylor verurteilt. Ihm legte das Gericht zur Last, dass er Titan für das umstrittene Metallstück benutzte.