Justiz

Fall "Lolita Brieger": Mordprozess beginnt nach 30 Jahren

Fast 30 Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Lolita Brieger in der Eifel steht ihr mutmaßlicher Mörder ab heute vor Gericht in Trier (Rheinland-Pfalz). Der 50-jährige Landwirt soll seine von ihm schwangere Ex-Freundin im November 1982 mit einem Eisendraht erdrosselt und ihre Leiche auf einer Mülldeponie vergraben haben.

Polizisten hatten die Leiche der damals 18-Jährigen im Herbst 2011 auf einer inzwischen bewaldeten Müllhalde im nordrhein-westfälischen Frauenkron gefunden. Ein Zeuge, der dem Bauer beim Beseitigen der Leiche geholfen haben will, hatte die Ermittler zum Fundort geführt.

Der Zeuge hatte sich nach der Ausstrahlung des Falls im August 2011 bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" gemeldet. Warum so spät? "Zum einen, weil seine damals enge Freundschaft zu dem Landwirt nicht mehr besteht", sagt Oberstaatsanwalt Ingo Hromada in Trier. Und zum anderen, weil er wegen Verjährung selbst nicht mehr bestraft werden könne.

Der wegen Mordes angeklagte Landwirt schweigt bislang. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Trier hatte das Paar immer wieder gestritten, weil der Vater des Bauern gegen die Verbindung war. Einen Tag vor der Tat soll der Freund sich getrennt haben. Als Brieger ihn umstimmen wollte und sagte, sie wolle das Kind austragen, habe er sie umgebracht. Der Prozess ist bis zum 5. Mai terminiert.