Ermittlungen

Andrang bei der Beweissicherung zur Havarie der "Costa Concordia"

Sieben Wochen nach der Havarie der "Costa Concordia" vor der italienischen Küste sind die Ermittlungen in die nächste Phase getreten.

Hunderte Anwälte, Passagiere, Ermittler und Sachverständige kamen am Samstag im toskanischen Grosseto zum Beweissicherungsverfahren zusammen. Im Mittelpunkt des Zusammenkommens steht die Black Box, von der sich die Ermittler Aufschlüsse über den Unfallhergang erhoffen.

Zuvor hatten die Ermittler vor allzu großen Erwartungen gewarnt. "Dies ist jetzt nicht der Ort, um den Datenschreiber wie einen Kasten zu öffnen und dann zu hören, was an dem Abend der Havarie gesprochen wurde." Antworten auf die offenen Fragen über die Schuldfrage werden nach Medienberichten allerdings erst in einigen Monaten erwartet.

Der unter Hausarrest stehende Kapitän Francesco Schettino (52) erschien nicht. Sein Mandant hätte um seine Sicherheit bangen müssen, meinte sein Anwalt Bruno Leporatti. Ermittler werfen Schettino mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie, Verlassen seines Schiffes während der Evakuierung sowie mangelnde Kommunikation mit dem Hafenamt in Livorno vor.

Wegen des starken Andrangs war der nicht öffentliche Termin in einen Theatersaal gelegt worden. Keine der neun Personen, gegen die ermittelt wird (alle Offiziere des Schiffes und Vertreter der Costa-Reederei) war bei der Anhörung anwesend.