Unwetterfront

Mindestens 37 Tote bei neuen Tornados in den USA

Eine Serie von Tornados hat in den USA mindestens 37 Menschen das Leben gekostet und verheerende Schäden angerichtet. Die Unwetterfront reichte am Freitag von der Golfküste bis zu den Großen Seen.

Bei den schweren Wirbelstürmen wurden Dächer von Häusern und Schulen abgedeckt und ein Hochsicherheitsgefängnis beschädigt. Einige ländliche Gemeinden sind nach Behördenangaben "völlig verschwunden". Es war bereits die zweite Serie von Tornados in dieser Woche.

Bis 22.00 Uhr gab der nationale Wetterdienst 269 Tornado-Warnungen heraus. Im gesamten Februar waren es nur 189. Behörden zufolge kamen allein im US-Staat Indiana 14 Menschen ums Leben, in Kentucky zwölf. Die 2000-Seelen-Gemeinde Marysville in Indiana wurde dem Erdboden gleichgemacht, im etwa ebenso großen Nachbarort Henryville gab es ebenfalls extreme Sturmschäden. "Marysville ist komplett zerstört", sagte ein Polizeisprecher.

Die Behörden befürchteten weitere Opfer. Die Suche nach einer unbekannten Anzahl von Vermissten konnte erst am Samstag bei Tagesanbruch wieder aufgenommen werden. Einsatzkräfte hatten zudem Schwierigkeiten, in einige der betroffenen Gebiete vorzudringen. "Es gibt keinen Strom, keine Telefonverbindungen, Straßen sind blockiert, und jetzt ist es dunkel", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte in Kentucky.

Auf Luftaufnahmen, die von einem Hubschrauber fürs Fernsehen gemacht wurden, waren etliche zerstörte Häuser in Henryville zu sehen. Die Highschool der Ortschaft wurde zerstört, bei der benachbarten Mittelschule der zweite Stock weggerissen. Stühle aus den Klassenzimmern seien nach draußen gewirbelt und Bäume entwurzelt worden, Autos hätten riesige Dellen von Hagelkörnern. Den Behörden zufolge wurde zum Zeitpunkt des Unglücks Unterricht abgehalten, es gebe jedoch nur Leichtverletzte. Tausende Schulkinder in etlichen Staaten wurden vorsorglich nach Hause geschickt.