Versicherungen

Winnenden fordert von Eltern des Amokläufers Schadenersatz

Fast drei Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden fordert die Stadt nun Schadenersatz von den Eltern des Täters.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (CDU) sagte dem SWR zur Begründung, Schaden von der Stadt abzuwenden sei eine rechtliche Verpflichtung. Derzeit werde mit den Versicherungen der Eltern von Tim K. verhandelt. Die Stadt Winnenden macht 15 Millionen Euro geltend, die sie infolge des Amoklaufs ausgegeben hat. Dazu zählten der Umbau der Albertville-Realschule, die provisorische Containerschule sowie Kosten für Notfallseelsorger, Psychologen und die Organisation des ersten Amoklauf-Jahrestags.

Der Vater von Tim K. war im Februar 2011 vom Stuttgarter Landgericht wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Ihm war vorgeworfen worden, den Schrank, in dem er seine Waffen aufbewahrte, nicht ordnungsgemäß gesichert zu haben. Wegen dieser Fahrlässigkeit konnte Tim K. sich ohne Schwierigkeiten bewaffnen und seinen Amoklauf ausführen. Auf Grundlage dieses Urteils pochen zahlreiche Opfer und Hinterbliebene auf Schadenersatz.

Am 11. März 2009 war der damals 17 Jahre alte Tim K. in die Schule, die er selbst besucht hatte, eingedrungen und hatte wahrscheinlich wahllos um sich geschossen. Er tötete insgesamt 15 Menschen und dann sich selbst.