Gesundheit

Erneut Frühchen von gefährlichem Keim befallen

Mehr als sechs Monate nach dem ersten Todesfall auf der Frühgeborenenstation im Klinikum Bremen-Mitte wegen einer Darminfektion haben erneut entdeckte Keime zu sofortigen Konsequenzen der Gesundheitsbehörde geführt. Am Freitag wurde ein Aufnahmestopp für die Abteilung veranlasst.

Mit Hochdruck suchen Hygieneexperten nach der Ursache der Keimbefunde. "Im Moment ist es völlig unklar, woher die resistenten Keime kommen", sagte eine Sprecherin. Ein Laborergebnis ergab, dass auch ein drittes Frühchen mit ESBL-Klebsiellen besiedelt ist.

Das Gesundheitsressort forderte ein Team des Berliner Robert-Koch-Instituts an. Die fünf Experten sollten am Abend im Klinikum mit ihrer Arbeit beginnen. Zudem waren Experten vom Deutschen Beratungszentrum für Hygiene eingetroffen. Von Geräten und Materialien auf der Station wurden Proben genommen, um die Ursache des Keimbefalls zu klären. Zudem ordnete die Gesundheitssenatorin Tests beim Personal an.

Das dritte von dem Keim befallene Kind sei ebenso wie die beiden anderen betroffenen Frühchen bislang nicht erkrankt, sagte die Sprecherin. Dem dritten Frühchen mit einem Gewicht von 600 Gramm gehe es allerdings gesundheitlich nicht gut, eine Infizierung sei deshalb noch möglich. Ob die auf den Säuglingen nachgewiesenen Keime miteinander identisch seien, müsse noch untersucht werden.

Offen ist auch, ob es sich um den gleichen Keimstamm handele wie der beim tödlichen Keimausbruch im vorigen Jahr. Mit einem Ergebnis der Analyse sei erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen. Die drei Kinder wurden auf isolierte Zimmer gebracht, ergänzende Hygienemaßnahmen wurden eingeleitet. Bei den anderen sieben Frühchen auf der Abteilung wurden keine Keime nachgewiesen.