Schiffsunglück

Taucher finden acht Leichname in "Costa Concordia"

Taucher der Feuerwehr haben am Mittwoch insgesamt acht Leichen im Wrack der "Costa Concordia" gefunden. Die ersten vier Leichname wurden am Vormittag entdeckt, vier weitere am frühen Abend, allerdings dauert es wegen erschwerter Bedingungen noch einige Zeit, bis alle geborgen werden können.

Das Schiff der Reederei Costa Crociere war am 13. Januar mit über 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio auf ein Riff gelaufen und gekentert. Insgesamt wurden bisher 25 Todesopfer gefunden. Sieben Menschen gelten noch als vermisst. Unter den Toten ist auch Dayana, ein fünfjähriges Mädchen aus Rimini. Ihr Schicksal hatte die Italiener besonders bewegt, auch deswegen, weil das Mädchen das jüngste Opfer der Havarie ist. Sie war mit dem Vater und seiner Lebensgefährtin unterwegs. Einer der Überlebenden der Katastrophe hatte die drei noch zusammen an Deck gesehen. "Sie waren auf der Seite, auf der die Menschen sich retten konnten", erzählte er später. "Aber dann schickte man sie zurück. Als das Schiff sich neigte, konnte die Tochter sich nicht mehr halten, der Vater rutschte ihr hinterher." Über die Identität der sieben anderen Leichname wurde noch nichts bekannt, fünf Deutsche werden immer noch vermisst.

Das Leeren der Tanks ist inzwischen vorangekommen. Zwei Drittel der 2380 Kubikmeter Treibstoff, ganz überwiegend gefährliches Schweröl, sind abgepumpt. Damit hat sich die Gefahr einer größeren Ölpest im toskanischen Archipel verringert. Das restliche Öl soll in den nächsten Wochen abgepumpt werden. Danach muss die Genueser Reederei einen Plan für den Abtransport des 290 Meter langen Schiffes vorlegen.