Kunst

Schadenersatz für mehr als 20 Jahre alte Pommes frites

Für den Verlust von schrumpeligen, mehr als 20 Jahre alten Pommes frites muss eine Galeristin 2000 Euro plus Zinsen an einen Künstler bezahlen.

Das entschied das Oberlandesgericht München und hob damit ein Urteil aus erster Instanz auf. Der Künstler Stefan Bohnenberger hatte die beiden Pommes Anfang der 90er-Jahre als Vorlage für ein goldenes Kreuz benutzt. Er ist der Meinung, es handelt sich nicht nur bei der Goldskulptur namens "Pommes d' Or" um Kunst, sondern auch bei der Pommesvorlage. Eine Kunstliebhaberin habe bei der Verhandlung Ende Januar glaubhaft ausgesagt, sie hätte dem Künstler die Pommes für 2500 Euro abgekauft, hieß es in der Urteilsbegründung. Auf die Frage, ob die Pommes Kunst darstellten, komme es nicht an. Das Gericht argumentierte zudem, die Galeristin habe ihre Pflicht verletzt, weil sie die damals bei ihr in einer Ausstellung gezeigten Originalpommes verloren habe. Der Richter verwies auf den "Galerievertrag", demzufolge die Galerie bedeutsame Gegenstände des Künstlers sorgfältig aufbewahren musste. Und dazu zählten auch die Originalpommes.