Kriminalität

Texas sagt Frau des entführten Dirigenten Hilfe zu

Ludivine Cázares hat gute Nachrichten erhalten: Der Gouverneur von Texas, der Republikaner Rick Perry, hat ihr Hilfe bei den Bemühungen zugesagt, ihren Ehemann Rodolfo zu retten.

Von dem 35-jährigen Dirigenten aus Bremerhaven fehlt seit Monaten jede Spur, nachdem er im Juli 2011 in seiner mexikanischen Heimat entführt wurde. Auch sein Vater und sein Schwager sind seither spurlos verschwunden.

"Wir hoffen, dass wir Druck aufbauen können, und wollen jede Möglichkeit nutzen", sagt die Französin, die wie ihr Mann am Bremerhavener Stadttheater engagiert ist. Sie selbst war ebenfalls Opfer der Entführung, kam aber nach wenigen Tagen frei. Erstmals bestätigt sie, dass direkt nach der Geiselnahme Lösegeld gezahlt worden sei. Die Höhe nennt sie nicht. Allerdings kennt sie inzwischen die Täter - Mitglieder eines mexikanischen Drogenkartells. "Einer der Männer, der Boss der Gruppe, wurde in den USA festgenommen. Außerdem hat Rodolfo auch US-Bürger in der Familie", berichtet sie. Daher hätten die USA wohl auch Interesse an einer Lösung der Entführung. Darüber hinaus signalisieren Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und das Außenministerium, auf inoffiziellen Wegen helfen zu wollen.

"Die wussten gar nicht so genau, was sie wollten", erzählt Ludivine Cázares aus der Nacht der Entführung. Wahrscheinlich hätten die Männer Kokain genommen und Cázares und seine Familie mit ihren eigentlichen Opfern verwechselt. "Trotzdem versuchten sie, alles herauszuholen", sagt sie. Dazu gehört auch die Lösegelderpressung. Insgesamt wurde viermal in zwei Wochen gezahlt.

Seither fehlt von den Entführten jede Spur. Da Rodolfo Cázares noch Mexikaner ist, kann kein Land offiziell intervenieren. Außerdem reagiert Mexiko empfindlich, wenn eine andere Nation es auf den brutalen Drogenkrieg anspricht, der seit Jahren tobt und schon Zehntausende Opfer gefordert hat.