Fernsehen

"Da is' was drin": ZDF zeigt Film über Rudi Assauer

Er ist einer von bundesweit schätzungsweise 800 000 Betroffenen - aber trotzdem ein Sonderfall. Seitdem bekannt wurde, dass Fußball-Ikone Rudi Assauer an Alzheimer leidet, erfährt die Demenzerkrankung eine enorme öffentliche Aufmerksamkeit.

Der Mann, der mit hemdsärmeligem Stil und markigen Sprüchen insgesamt mehr als anderthalb Jahrzehnte den Revierklub FC Schalke 04 prägte, ein Pflegefall? So weit, das zeigt heute der Film von Stephanie Schmidt, ist es noch lange nicht (ZDF, 23.15 Uhr).

Die Dokumentation zeigt, dass der Weg in den geistigen Verfall vorgezeichnet ist - auch wenn die Auseinandersetzung damit ungeheuer schwerfällt. Assauer selbst umschreibt es gleich zu Beginn so: "Da is' was drin, was nich' rauskommt. Ich vergesse manchmal Dinge, die sind unglaublich - wo ich mir an den Kopf fasse und sage: ,O.K. Assauer, so doof kannste doch nich' sein, dass du so Fehler machst!'"

Irgendetwas stimmte schon länger nicht mehr, erzählt die Tochter Bettina Michel. Der Vater, der einst alles unter Kontrolle behielt, wurde fahrig, hatte mitunter Mühe, sein gewohntes Pensum zu absolvieren. Von berührenden Momenten lebt der Film, der Nähe nicht mit Distanzlosigkeit verwechselt - obwohl der mediale Trommelwirbel im Vorfeld das Gegenteil befürchten ließ. Zu sehr häuften sich in den vergangenen Tagen "Exklusiv-Beiträge", Hinweise auf die geplante Buchveröffentlichung Assauers und der Verweis darauf, dass er sich zu seiner Erkrankung nur im ZDF äußern werde. Doch das passt zu dem Mann, der gerne mal etwas dicker auftrug und sich deswegen als "Kaschmir-Prolet" beschimpfen lassen musste.

Das Ende des Films zeigt "Stumpen-Rudi" im Garten, stilecht mit Zigarre. Ob er nach der Diagnose an Selbstmord gedacht habe, wird er gefragt. Die schnörkellose und ehrliche Antwort: "Nein, die paar Jahre, die wir haben, die wollen wir doch noch leben."