Gedenken an Alexander Schmorell

Widerstandskämpfer gegen NS-Regime heiliggesprochen

Mit Lobeshymnen und Gebeten ist der NS-Widerstandskämpfer Alexander Schmorell von der russisch-orthodoxen Kirche in Deutschland in den Kreis der Heiligen aufgenommen worden. Schmorell sei sowohl ein Feind des Bolschewismus als auch des Nationalsozialismus gewesen, sagte Erzpriester Nikolai Artemoff am Sonntag bei einem feierlichen Pontifikalamt in München.

Schmorell sei gegen diese Ungerechtigkeiten aufgestanden und habe seine Freunde in der Weißen Rose mitgerissen. Einer der Gründe für diesen Mut sei auch sein tiefer orthodoxer Glaube gewesen. Schmorells Gedenktag ist künftig der 13. Juli. An diesem Tag im Jahr 1943 war er in seiner Heimatstadt München von den Nazis hingerichtet worden.

Alexander Schmorell entstammte der Familie des ostpreußischen Pelzhändlers Karl-August Schmorell, die seit 1855 in Orenburg ansässig war. Alexander emigrierte im Jahr 1921 mit seiner Familie aus seiner russischen Heimat nach Deutschland. Er war bei der Flucht vier Jahre alt. Hier versuchten sie wie Hunderttausende anderer Russen und Russlanddeutscher, sich vor den Wirren des Bürgerkriegs und der russischen Oktoberrevolution in Sicherheit zu bringen. Von Mai 1942 bis Juli 1942 verfasste er zusammen mit Hans Scholl die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose. Nach der Verhaftung von Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl, versuchte Schmorell, mit einem gefälschten Pass und mit Unterstützung verschiedener Bekannter über Schloss Elmau in die Schweiz zu fliehen. Im Alter von 25 Jahren wurde er zusammen mit Kurt Huber im Gefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.