Justiz

Deutsche Opfer des "Concordia"-Unglücks zeigen Kapitän an

Nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" haben 19 deutsche Opfer Strafanzeige gegen den Kapitän Francesco Schettino (52) und verantwortliche Offiziere gestellt. "Es geht um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, der Aussetzung, Gefährdung des Schiffsverkehrs und um unterlassene Hilfeleistung", sagte Opfer-Anwalt Hans Reinhardt.

Er bestätigte damit einen Bericht von "Bild.de". Der Kapitän habe die hilflosen Menschen im Stich gelassen und in Todesgefahr gebracht, sagte Reinhardt. Durch das grob fahrlässige Verhalten Schettinos und der Offiziere seien die Opfer erheblich verletzt worden. Eine Frau habe die Havarie mit einem Beckenbruch überlebt. Auch von Prellungen, Schürfungen und traumatischen Störungen ist die Rede. Mehrere "Costa Concordia"-Opfer litten unter Panikattacken und Albträumen.

Der Anwalt aus Marl vertritt die 19 Passagiere aus verschiedenen Bundesländern auch bei deren Forderungen nach Schmerzensgeld und Schadenersatz. Die Strafanzeige diene der Unterstützung der Schadenersatzforderungen. Dadurch könne er Akteneinsicht erhalten, sagte er. Falls es in Italien zu einem Prozess gegen "Concordia"-Offiziere kommen sollte, könnte der deutsche Anwalt über einen italienischen Kollegen als Nebenkläger auftreten. Nach dem Unglück wurden bislang 17 Todesopfer geborgen, 15 werden noch vermisst. Unterdessen ist aus dem havarierten Kreuzfahrtschiffm ein dünner Ölfilm ausgetreten und hat die Sorgen vor einer möglichen Umweltkatastrophe in dem italienischen Küstengebiet verstärkt. Die Behörden versuchten zunächst zu ermitteln, wie schwerwiegend der Ausfluss ist.