Unglück

"Costa Concordia": Zwei weitere Leichen entdeckt

Zehn Tage nach der Havarie der "Costa Concordia" haben Taucher zwei weitere Leichen in dem gekenterten Kreuzfahrtschiff gefunden. Es handle sich bei den Toten um Frauen, teilten die Einsatzkräfte mit. Unterdessen erteilten die italienischen Behörden die Erlaubnis, um mit der Bergung der rund 2300 Tonnen Treibstoff zu beginnen.

Die vorbereitenden Arbeiten sollen am Dienstag aufgenommen werden, wie die niederländische Bergungsfirma Smit mitteilte. Mit den beiden Leichen sind nunmehr 15 Opfer geborgen, acht wurden identifiziert. Noch immer werden mehr als 20 Menschen vermisst.

Eine seit der Havarie als vermisst gemeldete Frau aus Ungarn ist nach offiziellen Angaben bereits seit drei Jahren tot. Die Behauptungen der Angehörigen entbehrten jeder Grundlage, da die betroffene Frau vor drei Jahren verstorben sei, teilte das ungarische Außenministerium mit. Die Angehörigen der Frau hatten zuvor Kontakt mit den Rettungskräften in Italien aufgenommen und angegeben, sie hätten mit ihr telefoniert, als sie sich angeblich auf dem Schiff befand.

Inzwischen wurden auch die Resultate der toxischen Untersuchung von Francesco Schettino veröffentlicht: Der Kapitän der "Costa Concordia" stand demnach nicht unter dem Einfluss von Drogen, als das Schiff auf den Felsen auflief. "Wir hatten am Ergebnis des Tests keine Zweifel", kommentierte Schettinos Rechtsanwalt Bruno Leporatti das Ergebnis.

In Deutschland haben Mitarbeiter der Bahn in Frankfurt Schiffbrüchigen der "Costa Concordia" die Heimreise mit dem ICE verwehrt - weil diese kein Geld für eine Bahnfahrkarte dabei hatten. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Montag mitteilte, habe sich der Vorstand inzwischen bei dem 70 Jahre alten Mann und seiner 66 Jahre alten Frau aus dem Westerwald für die Panne am Sonntag entschuldigt.