Jahresstart

Ein Januar wie Frühling oder Herbst

Die für diese Jahreszeit typische Kälte ist trotz des recht frostigen Wochenendes in Deutschland bislang ausgeblieben.

Die Folge: Der bisherige Winter ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes viel zu warm. Die Temperatur in den ersten 14 Tagen des Januar lag im Vergleich zum langjährigen Mittel, damit ist der Zeitraum 1961 bis 1990 gemeint, meist um drei bis sieben Grad Celsius höher, durchschnittlich bewegten sich die Werte meist zwischen drei und acht Grad.

"Fast die Hälfte des Monats ist schon vorbei, und die Temperaturen erinnerten bisher eher an den Herbst oder den Frühling", sagte Meteorologe Simon Trippler. Der bundesweit wärmste Ort war Köln-Stammheim mit einer durchschnittlichen Temperatur von 7,5 Grad und einer Abweichung von plus 4,7 Grad. "Solche Temperaturen werden dort sonst im März erreicht, wo das Mittel bei 8,0 Grad liegt", erläuterte Trippler. Am kältesten im Flachland unterhalb 400 Meter sei es im baden-württembergischen Wutöschingen-Ofteringen westlich vom Bodensee mit 2,9 Grad gewesen.

Die deutlich kälteren Temperaturen dieses Wochenendes führen nur zu einer kurzen winterlichen Episode. Die Höchstwerte liegen dabei zwischen null und fünf Grad. "Das ist normal für den Januar", sagte Simon Trippler und fügte hinzu: "Nachts gibt es häufig Frost, im Süden auch strengen Frost unter minus zehn Grad."

Ab Wochenmitte kündigen die Meteorologen schon wieder etwas wärmere Luft aus Westen an. Dann sollen die Temperaturen am Tage wieder auf vier bis zehn Grad steigen. Doch die Hoffnung auf Winterfreuden bleibt bestehen. Mittelfristig gibt es immerhin Anzeichen, dass es wieder kälter wird. Trippler sagte: "Eine länger anhaltende Dauerfrostperiode scheint sogar auch möglich, ist zurzeit jedoch nicht sicher."