Wassersport

Extrem-Paddlerin aus Husum erreicht Kap Hoorn

Was der Mount Everest für Bergsteiger, ist Kap Hoorn für Seeleute. Vier Monate nach dem Start ihrer Südamerika-Umrundung hat die 47 Jahre alte Extrem-Paddlerin Freya Hoffmeister Kap Hoorn erreicht.

Die Husumer Geschäftsfrau kurvt allein in einem kleinen Kajak um die berühmt-berüchtigte Südspitze der chilenischen Felseninsel Isla Hornos, wie sie am Dienstag in ihrem Internetblog mitteilte.

Die Umrundung von Kap Hoorn ist wegen ständiger Stürme, starker Strömungen und Eisbergen äußerst gefährlich. Windgeschwindigkeiten in Hurrikanstärke sind keine Seltenheit. Zusätzlich behindern Regen und Nebel die Schifffahrt an mehr als 300 Tagen im Jahr.

Gegen Orkanböen ankämpfen

Hoffmeister brachte das Abenteuer fast bis ans Ende ihrer Kräfte: Um die Isla Hornos zu erreichen, sei sie bei Orkanböen von bis zu 150 Kilometern pro Stunde durchs Meer gepaddelt. Auf der Insel sei sie um 8.30 Uhr gelandet - "irgendwie und unverletzt". Stolz sei sie auf ihre Leistung nicht gewesen, notierte Hoffmeister Stunden später. Sie sei nur von ihren fleißigen Schutzengeln behütet worden.

Beim Warten auf besseres Wetter sei sie am Strand von einem Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 185 Stundenkilometern in ihrem kleinen Zelt festgehalten worden - ständig in der Angst, von einem Steinschlag oder einem Erdrutsch getroffen zu werden, wie sie in ihrem Blog schrieb. Dazu der ohrenbetäubende Lärm, mit dem die bis zu fünf Meter hohen Wellen auf den steinigen Strand krachten. "Das war mental extrem hart, Tag und Nacht."

Freya Hoffmeister war am 31. August zu ihrer 22 000 Kilometer langen Tour gestartet. Sie will den Kontinent in drei Etappen gegen den Uhrzeigersinn umrunden. 2009 hatte die Abenteurerin in einem Einer-Kajak bereits Australien in 332 Tagen umfahren und damit den Rekord eines Neuseeländers eingestellt.