Unglück

Rügen: Suche nach Mädchen soll heute weitergehen

Die Suche nach dem auf Rügen verschütteten Mädchen aus Brandenburg soll bei günstigem Wetter nun doch am heutigen Donnerstag fortgesetzt werden.

Zunächst hatte es geheißen, die Suche könne aller Voraussicht nach erst im neuen Jahr wieder aufgenommen werden. Das stürmische Wetter und ein weiterhin instabiler Steilhang an der Unglücksstelle hatten am Mittwoch die Rückkehr der abgezogenen Suchmannschaften verhindert. Die Einsatzkräfte hätten aber nun von Seeseite aus die Unglücksstelle inspiziert. "Wir sind danach zu dem Entschluss gekommen, die Arbeit wieder aufzunehmen", sagte Einsatzleiter Daniel Hartlieb. "Es soll dort weiter gegraben werden, wo die Spürhunde zuletzt angeschlagen hatten." Etwa 20 Helfer hätten sich gemeldet.

Am Montagnachmittag waren am Kap Arkona im Norden Rügens mehrere Tausend Kubikmeter Kreide in die Tiefe gestürzt und hatten eine Mutter mit ihren beiden zehn und 14 Jahre alten Töchtern erfasst, die am Strand spazieren gingen. Die ältere und die Mutter wurden gerettet. Die Zehnjährige wird vermisst, es gibt nach Einschätzung von Experten aber keine Chance, sie noch lebend zu finden. Am Dienstag war die Suche aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden.

Experten beraten derweil über Konsequenzen. Der Geschäftsführer der Tourismuszentrale, Ralf Hots-Thomas, sagte: "Der Umgang mit der Steilküste muss neu überdacht werden." Allerdings stellte er klar, dass es ihm dabei nicht um Absperrungen gehe. Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat allgemeine Vorermittlungen begonnen. Dabei werde zunächst nur geprüft, ob nach dem Unglück gegen jemanden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden müsse, sagte Sprecher Rolf Kuhlmann. Ermittlungen gegen die Mutter des verschütteten Mädchens schloss er aus. Der Frau war vereinzelt Leichtsinn vorgeworfen worden.