Ab in die Freiheit

Bauer sucht Felix: Pfälzischer Zuchtbulle von Hof ausgebüxt

Yvonne gab im Sommer das Vorbild: Seit mehreren Tagen ist der Zuchtbulle Felix in der Pfalz auf der Flucht. Der Stier war kurz vor Heiligabend von seinem Hof in Lauterecken ausgebüxt. "Wir suchen, und der Bauer sucht auch", sagte ein Polizist. Bislang fehle von Felix aber jede Spur.

Spaziergänger und Waldarbeiter rund um den Hof im Ortsteil Hohenöllen rief der Beamte zur Vorsicht auf; der Verkehrswarnfunk informierte Autofahrer über das Rind. "Das Tier war zeitweise sehr aggressiv. Daher sollte sich ihm niemand direkt nähern", warnte der Polizist. Zuletzt sei das Rind am Freitagabend gesehen worden.

Die Flucht des 300 Kilogramm schweren Felix erinnert an das Helden-Epos von Yvonne, der "Kuh, die ein Reh sein wollte", wie es dem flüchtenden Rindvieh damals unterstellt wurde. Yvonne war auf dem Weg zum Schlachter im Mai abgehauen, hatte viele Wochen in Freiheit und mit Futter satt im Wald verlebt, den Medien ein gefundenes Fressen mitten im Sommerloch beschert - und war am Ende schließlich statt beim Schlachter auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl gelandet, wo sie nun in Ruhe alt werden kann.

"Felix hat einen günstigen Moment abgewartet und ausgenutzt", sagte die Frau des Landwirts. Der hatte den rotbraunen, 16 Monate alten Bullen kurz vor Heiligabend im Elsass gekauft. "Wir haben gedacht, er fühlt sich noch fremd und nicht heimisch." Deshalb sollten zwei Jungkühe zu ihm gestellt werden - "quasi so ein bisschen als Gesellschaft", sagte die Landwirtin. Dann allerdings habe Felix das Metallgatter aufgedrückt und sei davongerannt. "Warum das Tier die Flucht antrat, ist ungeklärt", heißt es in einer Polizeimeldung. "Zwei pfälzische Kühe waren wohl nicht verlockend genug."