Felsabsturz

Drama bei Spaziergang auf Rügen

Ein Kreideabbruch an der Steilküste der Insel Rügen hat ein Mädchen mit in die Tiefe gerissen. Die Zehnjährige war am Montag nahe der beiden Leuchttürme am Kap Arkona mit ihrer Mutter und ihrer Schwester von den herabstürzenden Erdmassen erfasst worden.

Während die Frau und die ältere Schwester verletzt gerettet werden konnten, wurde die Zehnjährige offenbar verschüttet. Stunden nach dem Unglück lief die Suche nach ihr noch immer auf Hochtouren.

Rund 120 Rettungskräfte seien im Einsatz, sagte die Sprecherin des Landkreises Vorpommern-Rügen, Carina Schmidt, am Abend. Beteiligt waren unter anderem die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW). Auch Suchhunde kamen zum Einsatz. Schmidt korrigierte zugleich frühere Angaben, wonach es sich bei den Opfern um eine dreiköpfige Familie - Vater, Mutter und Kind - handelte und dass das Mädchen elf Jahre alt ist Der Uferbereich wurde von Booten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) abgesucht, da zunächst unklar war, ob das Mädchen ins Wasser gerissen wurde. Das Seenotrettungsboot "Kurt Hoffmann" unterstützte später die Suchaktion an Land, indem es mit seinen Scheinwerfern den Küstenstreifen beleuchtete. Der Bürgermeister Putgartens, Ernst Heinemann, vermutete, dass bei dem Abbruch 2000 bis 5000 Kubikmeter Material ins Rutschen gerieten.

Auf Rügen brechen regelmäßig Kreidemassen von der Steilküste ab. Experten machen dafür die extremen Klimaschwankungen der vergangenen Jahre verantwortlich. Im Jahr 2002 waren etwa am Kolliker Ort etwa 150 000 Kubikmeter Kreide abgestürzt..