Justiz

Gangster-Rapper muss acht Jahre in Haft für dreisten Goldraub

Kavaliersdelikt? Trickbetrug? Für den Vorsitzenden Richter Jörg Geiger ist der Ludwigsburger Goldraub weder das eine noch das andere. "Die Kammer stuft die Tat als schweres Verbrechen ein", sagt er am Donnerstag beim Urteil vor dem Stuttgarter Landgericht.

Die härteste Strafe kassiert der Organisator des filmreifen Coups, der Bonner Gangster-Rapper Xatar - trotz Reue erhält er acht Jahre. Die anderen drei Angeklagten müssen bis zu siebeneinhalb Jahre hinter Gitter. Die Beute - 1,7 Millionen Euro - ist noch immer verschwunden.

Die Männer im Alter von 26 bis 29 Jahren haben im Prozess gestanden, am Raub beteiligt gewesen zu sein. Am 15. Dezember 2009 lockte die Gruppe aus dem Bonner Raum den Goldtransporter eines Unternehmers aus dem oberpfälzischen Neumarkt auf der Autobahn bei Ludwigsburg in die Falle. Als Polizisten verkleidet lotsten sie das Fahrzeug unter eine Brücke. Dort legten sie dem Fahrer und seinem Begleiter "wegen Steuerbetrugs" Handschellen an. Die beiden wurden später in einem Wald bei Heilbronn ausgesetzt. Mit dem Urteil nach mehr als einem Jahr und rund 60 Verhandlungstagen endete nun ein skurriles Verfahren. Da ist der Rapper, der im Knast zum Glauben gefunden haben will. Da ist das genetische Verwirrspiel um den 23-Jährigen: Stammte die DNA-Spur am Tatort am Ende von seinem eineiigen Zwillingsbruder? Das Gericht ist überzeugt, dass die Spur vom Angeklagten stammt. Und da ist der verhandlungsunfähige Mann, der als Drahtzieher im Hintergrund gilt. Er erlangte traurige Berühmtheit, weil er einst acht Jahre für einen Bankraub einsaß, den er nach heutigem Wissen nicht beging.