Philippinen

Sturzfluten töten mehr als 400 Menschen

Bei heftigen Überschwemmungen im Gefolge des Tropensturms "Washi" sind auf den Philippinen nach Angaben von Armee und Rotem Kreuz mindestens 440 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen galten nach Behördenangaben am Sonnabend als vermisst. Allein in der im Süden gelegenen Stadt Cagayan de Oro verloren Behördenangaben zufolge 107 Menschen ihr Leben. Auch in der zentralen Provinz Negros Oriental ertranken 18 Menschen, sagte ein Beamter des Zivilschutzes.

Der Tropensturm "Washi" hatte auf den Philippinen heftige Regenfälle ausgelöst, die mehr als zwölf Stunden andauerten. Auf der Insel Mindanao traten mehrere Flüsse über die Ufer. In der Stadt Iligan wurden 79 Leichen geborgen, wie Bürgermeister Lawrence Cruz mitteilte. In der Provinz Zamboanga del Norte ertranken nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde drei Menschen in den Fluten.

Vor der Stadt El Salvador, rund zehn Kilometer nordwestlich von Cagayan de Oro, seien 60 Menschen gerettet worden, nachdem sie auf das Meer hinausgetragen worden waren, sagte ein Beamter des Katastrophenschutzes in der Provinz Misamis Oriental, Teddy Sabuga-a. Bürgermeister Cruz sagte, die Küstenwache und andere Rettungskräfte würden in den Gewässern vor Iligan nach Überlebenden und Leichen suchen, die möglicherweise von einem angeschwollenen Fluss auf das Meer hinausgetragen wurden. In einigen Stadtteilen sei das Wasser hüfthoch. Dutzende Bewohner hätten sich vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht, indem sie auf die Dächer ihrer Häuser geklettert seien, sagte Cruz.

Zwei Divisionen von rund 20 000 Mann in Mindanao sowie dem Zentrum des Landes seien für Rettungs- und Hilfsarbeiten vorgesehen, sagte Benito Ramos vom Zivilschutz. Sie würden Unterstützung von Hunderten Polizisten vor Ort, Reservisten, Mitgliedern der Küstenwache sowie zivilen Freiwilligen erhalten, sagte der frühere General. Wie viele Helfer bereits im Einsatz waren, konnte er nicht sagen. Ein Sprecher der Streitkräfte für den Ostteil Mindanaos sagte, 420 Soldaten seien für den Katastropheneinsatz abgeordnet worden.

In der Stadt Cagayan de Oro seien rund 20 000 Bewohner von den Überflutungen betroffen, sagte ein Sprecher. Viele Menschen seien in vorübergehenden Schutzunterkünften untergebracht. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie das trübe Hochwasser durch die Straßen rauschte und dabei Trümmerteile mit sich zog. Dort, wo das Wasser zurückgegangen war, waren die Straßen mit dicken Schlammschichten bedeckt. Im Fernsehen hieß es, ein Auto sei über eine Betonabsperrung geschwemmt worden. Sturm "Washi" war bereits der 19., der die Philippinen in diesem Jahr erreichte. Im September hatten zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Taifune im Norden der Philippinen mehr als 100 Menschen das Leben gekostet.