Trauerfeier

13-jährige Souzan beigesetzt - keine Spur vom Vater

Die Trauergäste haben ein Bild des Mädchens an ihre Jacken geheftet. Sie tragen Blumen hinter dem Wagen her, der zum Stadtfriedhof Lahe in Hannover fährt. Dort ist am Mittwoch die 13-jährige Souzan beerdigt worden, die in Stolzenau von ihrem eigenen Vater auf offener Straße getötet wurde.

Hunderte Menschen sind gekommen, um von ihr Abschied zu nehmen. Auf dem Friedhof gibt es einen Bereich, auf dem Jesiden in Richtung der aufgehenden Sonne beerdigt werden können, so wie es ihrer Religion entspricht. Die Tat stehe im absoluten Widerspruch zu den Werten der jesidischen Gemeinde, sagte Telim Tolan, Vorsitzender des Zentralrates der Jesiden. Deshalb fordere sie auch eine strenge Bestrafung. "Wir wollen keine mildernden Umstände aufgrund von kulturellen Gründen. Unsere Religion erlaubt keine Gewalt."

Der Mutter gehe es besonders schlecht, sagt Sükrü Kaska, der Mitglied im Bremer Rat für Integration ist und das Mädchen kannte. Er beschreibt sie als fröhlichen und offenen Menschen, der immer sehr interessiert gewesen sei.

Am Rande der Trauerfeier macht unterdessen die Kurdische Frauengruppe Hannover auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Die Frauen halten die Tötung des Mädchens durch seinen Vater für eine Folge von rückständiger patriarchalischer Mentalität, mit der es nicht vereinbar sei, wenn ein junges Mädchen seinen eigenen Weg gehen möchte. "Der Tod von Souzan hat gezeigt, dass es notwendig ist, diese Kulturirrtümer als das zu verstehen, was sie sind: Verbrechen gegen die Menschlichkeit", heißt es in einem Schreiben der Gruppe.

Durch eine Fahndung in der ZDF-Sendung "XY ... ungelöst" erhofft sich die Polizei weitere Anhaltspunkte. Derzeit seien rund 120 Hinweise eingegangen, sagt ein Polizeisprecher, allerdings gebe es weiterhin keine heiße Spur.

( ddp )