Bevölkerungsforschung

Väter arbeiten deutlich länger als kinderlose Männer

Männer mit Kindern arbeiten Woche für Woche länger als Männer ohne Kinder. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die am Mittwoch in Wiesbaden vorgestellt wurde.

Grund seien die finanziellen Verpflichtungen der Väter für ihre Familie. Die Schere öffne sich im Alter von Anfang 30. Väter im Alter von 25 bis 39 Jahren arbeiteten durchschnittlich etwa zwei Stunden länger pro Woche als andere Männer. In der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen beträgt die Mehrarbeit sogar knapp fünf Stunden pro Woche. Während bei kinderlosen Männern ab dem 40. Lebensjahr die Zahl der geleisteten Wochenstunden bereits kontinuierlich abnimmt, steigt sie bei Vätern nochmals leicht an. "Wenn Mütter nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, dann fangen viele Väter das fehlende Einkommen mit längerer Arbeitszeit auf", sagt Martin Bujard vom BiB. Die Entwicklung aber widerspricht den Wünschen der meisten Väter, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht allein Frauensache: "Gerade erwerbstätige Väter benötigen offensichtlich Unterstützung und Anreize, um innerhalb der Familie zu einer gerechten Aufgabenverteilung beizutragen."