Geschichte

Orson Welles' Oscar wird nach langem Streit versteigert

An einigen Stellen ist er leicht angelaufen, ansonsten ist der Oscar, den Orson Welles 1942 für "Citizen Kane" erhalten hat, in gutem Zustand. Nun soll die Trophäe versteigert werden. Schauspieler, Regisseur und Autor Welles (1915-1985) hatte in seiner Laufbahn nur einen Oscar und einen Ehrenpreis erhalten.

Das damals 25 Jahre alte Multigenie hatte als Co-Autor das Drehbuch für "Citizen Kane" geschrieben, Regie geführt und die Hauptrolle gespielt. Der Film war in neun Sparten nominiert. Vorbild war das Leben des US-Verlegers William Randolph Hearst. Der über Jahrzehnte hinweg verschollene Preis war in den 90ern wieder aufgetaucht. Zuvor hatte der zeitweise mittellose Welles die Statue einem Kameramann als Lohn gegeben. Welles' Tochter Beatrice wollte sie veräußern, wurde aber durch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences daran gehindert. Die Filmakademie hatte sich seit 1950 von allen Gewinnern das Recht zusichern lassen, die Statuen für einen symbolischen Preis von einem Dollar zu erwerben, falls sie sich zum Verkauf entschlössen. Nach langem Rechtsstreit gewannen die Erben, Welles hatte den Oscar vor 1950 gewonnen.