USA

Reality-Show über Muslime: Baumarkt zieht Werbung zurück

Nach dem Rückzug seiner Werbung aus einer beliebten TV-Reality-Show über das Leben von Muslimen in den USA sieht sich der US-Baumarktriese Lowe's nun seitens Politik und Gesellschaft mit heftigen Vorwürfen konfrontiert.

Lowe's hatte dem Druck von christlichen Fundamentalisten nachgegeben und seine Werbung aus der Sendung "All American Muslims" zurückgezogen. Der kalifornische Senator Ted Lieu von den Demokraten bezeichnete diesen Schritt am Montag als "bigott, beschämend und unamerikanisch". Er forderte den Konzern auf, seine Entscheidung zurückzunehmen und sich bei allen Muslimen in den USA zu entschuldigen. Lieu drohte andernfalls mit einem Aufruf zum Boykott der Kette und mit nicht näher definierten "rechtlichen" Schritten. Die Schauspielerin Mia Farrow beklagte die "Feigheit" des Konzerns. In einer Stellungnahme hatte der Baumarktriese erklärt, offenbar sei er in eine "heiß diskutierte Debatte" geraten, in der feste Meinungen vorherrschten. Die Sendung "All American Muslims" sei zum "Blitzableiter" für die Vielzahl dieser Meinungen geworden. Daher habe sich Lowe's dazu entschlossen, seine Werbung zurückzuziehen. Der Konzern entschuldigte sich dafür, "einige Menschen sehr unglücklich gemacht" zu haben.