Amelia Hempleman-Adams

16-jährige Abenteuerin am Südpol

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Mit gerade einmal 16 Jahren hat die Britin Amelia Hempleman-Adams als jüngster Mensch auf Skiern den Südpol erreicht. "Ich bin wirklich stolz, dass ich es tatsächlich geschafft habe und bin einfach nur glücklich", sagte die junge Abenteurerin am Freitag per Satellitentelefon.

Gemeinsam mit ihrem Vater, dem 55-jährige Expeditionsleiter David Hempleman-Adams, und sieben weiteren Begleitern waren sie nachmittags um halb drei Uhr am Pol angelangt, nach der letzten Etappe der insgesamt 156 Kilometer langen Tour. "Wir sind hier angekommen und haben uns einfach nur umarmt und uns gratuliert", sagte sie.

17 Tage und Nächte dauerte der Marsch durch die Eiswüste bis zum Ziel; Nächte ist allerdings übertrieben, am Südpol ist es derzeit ständig hell. Um während der Unternehmung auch etwas für die Schule zu tun, hatte die 16-Jährige ursprünglich geplant, unterwegs Hausaufgaben zu erledigen. Diese habe aber ihr Vater aus dem Begleitschlitten geworfen, weil die Unterlagen zu schwer gewesen seien, berichtete Hempleman-Adams. Viel Kraft habe sie an den Abenden aber sowieso nicht mehr für die Aufgaben gehabt. "Wenn man abends ins Zelt kommt, ist es schon so spät, dass man an gar nichts mehr denken kann", sagte die Abenteurerin. Umso mehr habe sie nun in den Weihnachtsferien aufzuholen, erklärte sie. Neben der extremen Kälte hatte Amelia auch mit ganz normalen Problemen zu kämpfen, nämlich irgendwie die getrockneten Lebensmittel zu essen und das Schnarchen des Vaters zu ertragen.

Mit ihrer Expedition eiferte Amelia ihrem Vater David nach, der schon viele Herausforderungen gemeistert hat. Der Brite bestieg die jeweils höchsten Berge aller Kontinente, die sogenannten Seven Summits, er ging zum geografischen und zum magnetischen Nordpol. Den Südpol erreichte er als erster Brite allein auf Skiern. Ihre ältere Schwester Alicia hatte sich 2005 im Alter von 15 Jahren den Nordpol vorgenommen, zu dem sie damals ebenfalls zu Fuß lief. Amelia war zum ersten Mal mit ihrem Vater unterwegs.

Der 16-Jährigen beschert der Ausflug zum Südpol aller Wahrscheinlichkeit nach nun einen Eintrag ins "Guinness-Buch der Rekorde". Doch dieser Erfolg ist für Amelia nachrangig: "Ich wollte einfach nur diese Erfahrung machen, besonders mit meinem Vater", sagte sie. Gleich mehrfach musste sie erklären, was ihr in jüngster Zeit am ehesten gefehlt habe. Für die BBC gab es die knappe Antwort: "Eine Dusche und ganz normales Essen." Laut "Daily Telegraph" vermisste sie auch Schokoladenkekse und ein richtiges Bett.