USA

Mumia Abu-Jamal wird nicht hingerichtet

Der wegen Polizistenmordes verurteilte schwarze US-Journalist Mumia Abu-Jamal wird nach Angaben seiner Anwälte nicht hingerichtet.

Die Staatsanwaltschaft lasse ihre Forderung nach der Todesstrafe fallen, teilten Abu-Jamals Verteidiger am Mittwoch mit. Die Entscheidung sei von Staatsanwalt Seth Williams nach Absprache mit der Witwe des getöteten Polizisten gefällt worden, gab die Staatsanwaltschaft in Philadelphia am Mittwoch bekannt. Die Staatsanwaltschaft habe "das Richtige getan", sagte Anwalt John Payton. "Nach drei langen Jahrzehnten war es an der Zeit, das Streben nach der Todesstrafe für Abu-Jamal zu beenden." Abu-Jamal wird dennoch den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Zurzeit ist er in einer Haftanstalt im Westen des US-Bundesstaates Pennsylvania untergebracht.

Abu-Jamal wurde verurteilt, den Polizisten Daniel Faulkner am 9. Dezember 1981 erschossen zu haben. Aktivisten weltweit kritisierten, Abu-Jamal sei wegen seiner Hautfarbe und seiner politischen Gesinnung verurteilt worden. Die "Free Mumia"-Bewegung machte sich für den heute 58-Jährigen stark. Der umstrittene Fall beschäftigt die US-Justiz seit drei Jahrzehnten und machte Abu-Jamal zu einer Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe in den USA.