Luftmine

Koblenzer verlassen die Stadt in Scharen

Wegen der bevorstehenden Entschärfung einer 1,8 Tonnen schweren Luftmine haben viele Koblenzer die Stadt am Samstag bereits verlassen.

Eines der beiden Krankenhäuser in der Sperrzone sei schon komplett leer, sagte der Sprecher. Das andere sollte bis zum Abend geräumt werden. Auch ein Teil der Bewohner der betroffenen sieben Altenheime wurde bereits verlegt. Die stärker pflegebedürftigen Senioren sollten jedoch so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Sie werden erst am heutigen Sonntag abgeholt. Die Häftlinge eines Gefängnisses wurden ebenfalls verlegt.

Bis Sonntagmorgen müssen alle Bewohner in der Sperrzone ihre Wohnungen verlassen haben, damit die britische Mine am Mittag entschärft werden kann. Es verkehren den Angaben zufolge ab 6.30 Uhr Busse, die die Menschen in acht Notunterkünfte bringen. Ab 9.00 Uhr liefen Fußtrupps die Straßen ab, klingelten an den Häusern und kontrollierten, ob alle Wohnungen leer seien, berichtete der Sprecher weiter. Es seien 400 Polizisten im Einsatz.

Insgesamt verlaufe die Evakuierung problemlos, es gebe nur wenige Anrufe beim Bürgertelefon. "Die Koblenzer sind bombenerprobt", sagte der Sprecher. Seit 1999 seien bereits 28 größere Bomben in der Stadt gefunden worden - "wenn auch nie in dieser Dimension". Die Luftmine sei der größte Fund seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Mine wurde vor zwei Wochen wegen des Niedrigwassers im Rhein gefunden. Neben ihr liegen noch ein Nebelfass und eine kleinere amerikanische Fliegerbombe, die ebenfalls unschädlich gemacht werden müssen.

Die Luftmine sei am Samstag bereits komplett trocken gelegt worden, sagte der Sprecher. Der Kampfmittelräumdienst habe die Zünder vermessen, dann sei die Stelle wieder mit Wasser geflutet worden. "Damit der Druck auf den Damm nicht so groß wird."