Infektionen

Ermittlungen wegen sechs toter Frühchen in Bremen

Die Zahl der im Bremer Klinikum Mitte an einem Keim gestorbenen Frühchen ist möglicherweise größer als bislang angenommen.

Statt wie bislang gegen unbekannt ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen auch persönlich gegen Ex-Chefarzt Hans-Iko H. Die Vorwürfe gegen ihn lauten auf fahrlässige Tötung in sechs Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung in einer unbekannten Anzahl von Fällen. Bislang war wegen dreier gestorbener Frühgeborener ermittelt worden. H. war am 15. November fristlos entlassen worden. Ihm war vorgeworfen worden, im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Keimes nicht rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergriffen zu haben.

Die Bremer Staatsanwaltschaft stütze sich auf neue Erkenntnisse aus ihr vorliegenden Unterlagen sowie auf Aussagen betroffener Eltern, sagte der Sprecher der Behörde. Deshalb werde jetzt von drei weiteren Fällen ausgegangen, bei denen der Keim eine Rolle gespielt haben könnte. "Wir gehen weiter von drei toten Kindern aus", sagte dagegen die Sprecherin des Bremer Klinikverbundes. Derweil kommt am heutigen Donnerstag in Bremen der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Tod von drei Frühchen zu seiner ersten Beratung zusammen. Der Ausschuss soll klären, wie es dazu kommen konnte, dass sich seit April auf der Frühgeborenen-Station im Klinikum Bremen-Mitte 23 Frühchen mit einem gefährlichen Darmkeim infizierten. Neun von ihnen erkrankten.

( apd )