Prozess

Verhandlung zum Kindermord von Krailling angesetzt

Acht Monate nach dem Doppelmord an zwei Mädchen in Krailling bei München hat das Landgericht München II die Anklage gegen den Onkel der getöteten Kinder zur Hauptverhandlung zugelassen.

Der Prozess gegen den 50-jährigen Thomas S. wegen Mordes soll am 17. Januar beginnen, wie das Gericht am Freitag mitteilte. Das Gericht setzte zunächst 13 Verhandlungstage bis zum März an. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt.

Die Staatsanwaltschaft wirft S. vor, im vergangenen März die elfjährige Sharon und die achtjährige Chiara heimtückisch und aus Habgier getötet zu haben. Hintergrund der Tat war nach Auffassung der Anklage ein Erbstreit zwischen dem Beschuldigten und der Mutter der Mädchen, seiner Schwägerin. S. soll sich in massiven finanziellen Schwierigkeiten befunden haben. Er wollte der Anklage zufolge nicht nur die beiden Kinder töten, sondern auch deren Mutter, um "sich einen finanziellen Vorteil aus dem Nachlass zu sichern".

Die Mutter hatte ihre zwei Töchter am 24. März nachts bei der Rückkehr von der Arbeit in einer benachbarten Gastwirtschaft blutüberströmt in ihrer Wohnung in Krailling entdeckt. S. bestritt die Tat in seiner ersten Vernehmung nach seiner Festnahme, seither schweigt er zu den Vorwürfen.