Festnahme

Bartstreit: Amischen droht lebenslange Haft für "Hassverbrechen"

Wieder haben Mitglieder der Amisch-Religionsgemeinschaft (englisch: Amish) in Ohio Glaubensbrüder mit Zwangsrasuren für mangelnde Folgsamkeit abgestraft. Sieben Männer konnte das FBI festnehmen, ihnen droht wegen eines religiös motivierten "Hassverbrechens" lebenslange Haft.

Die Beschuldigten hätten andere Amische gewaltsam festgehalten und ihnen dann mit "Scheren und batteriebetriebenen Rasierern" die Bärte und das Haupthaar abgeschnitten, stellte das FBI fest. Bärte und Haupthaar gelten in der christlichen Religionsbewegung als heilig.

Die Ermittlungen in dem Fall seien schwierig gewesen, weil die Amischen Konflikte üblicherweise untereinander und ohne staatliche Behörden regelten, berichtete die "Pittsburgh Post-Gazette". Ein bei den Amischen aufgewachsener Fahnder habe die Opfer überzeugen können, die Bartattacken anzuzeigen und den Beamten zu helfen.

Die Amischen spalteten sich 1693 unter Führung des Schweizer Bischofs Jakob Ammann von den Mennoniten ab. Ihre Mitglieder emigrierten im 18. Jahrhundert in die USA, heute leben dort etwa 250 000 Amische. Sie haben weder Elektrizität noch Telefone und sind nicht an das Abwassersystem angeschlossen. Die Amischen stammen hauptsächlich von Südwestdeutschen und Deutschschweizern ab. Daher sprechen sie untereinander Deutsch mit pfälzischem Dialekt.