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Fahndung nach einem Phantom

3 Morde Die dem 40-Jährigen zur Last gelegte Mord- und Missbrauchsserie hielt Norddeutschland jahrelang in Atem. Nach eigenem Geständnis verschleppte N. 1992 den 13-jährigen Stefan J., 1995 entführte der Pädagoge und Jugendbetreuer den achtjährigen Dennis R., 2001 ermordete er Dennis K. N. gestand außerdem, bis 2001 in etwa 40 Fällen in Privatwohnungen und Jugendeinrichtungen eingedrungen zu sein, wo er weitere Jungen missbrauchte. N. droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe und unter Umständen eine anschließende Sicherungsverwahrung.

Jahrelange Suche Die Polizei hatte jahrelang vergeblich versucht, den "Maskenmann" zu fassen. Martin N., der diese Bezeichnung aufgrund einer schwarzen Maskierung bei seinen Taten erhalten hatte, wurde erst am 13. April 2011 nach einem Hinweis eines früheren Missbrauchsopfers gefasst. N. war einige Jahre vor seiner Festnahme zwischenzeitlich wegen des Verdachts des Besitzes von kinderpornografischen Bildern und einem möglichen Fall sexueller Belästigung von Kindern in das Visier der Hamburger Polizei geraten. Die Vorwürfe blieben aber vage. Die Ermittler verdächtigen ihn auch, zwei Jungen in den Niederlanden und Frankreich ermordet zu haben. Dafür gibt es bislang aber keine überführenden Beweise.

Pannen Kurz vor Beginn des Prozesses hatte der NDR über mögliche Ermittlungspannen der Polizei berichtet. Danach sollen die Fahnder in Bremen und Bremervörde angeblich Akten vernichtet haben, die noch nicht verjährt gewesen seien. Die Polizei Bremen will dem nun nach eigenen Angaben nachgehen.