Monarchie

Der begehrteste Junggeselle Asiens ist vom Markt

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In Thimphu im Königreich Bhutan haben die Weber richtig zu tun. Auch bei den Schuhmachern herrscht Hektik. Am kommenden Donnerstag nämlich heiratet der junge König des Himalaya-Staates seine Freundin Jetsun Pema.

Dafür wird nicht nur das junge Königspaar mit traditioneller Tracht versorgt. Auch viele Bhutanesen haben neue Gewänder und Stiefel bestellt. Die Königsfamilie will die Feierlichkeiten eher schlicht halten, ausländische Monarchen und Staatsoberhäupter sind nicht eingeladen.

Der 31-jährige Jigme Khesar Namgyel Wangchuck war 2008 zum König gekrönt worden, als das mehrheitlich buddhistische Land die Demokratie einführte. Er studierte im englischen Oxford, spielt Basketball und gilt als leidenschaftlicher Mountain-Biker und Elvis-Fan. Nun heiratet er eine bürgerliche Studentin. Die Königsfamilie ist für ihre Volksnähe bekannt. "Extravaganzen lagen ihm nie", lässt der Sprecher des Königshauses wissen, "es wird überhaupt nicht vergleichbar sein mit der königlichen Hochzeit in Großbritannien."

Die Wangchuck-Dynastie regiert Bhutan seit 1907. Damals übernahm die Königsfamilie die Macht und befriedete das kriegsverwüstete Land. Statt in einem Palast lebt der Monarch in einem Landhaus und ist bekannt dafür, dass er seine Untertanen zum Tee einlädt. Zuletzt waren Mitglieder des Gewichtheber-Klubs zu Gast.

In ihrer Wohnung in der Hauptstadt Thimphu arbeiten die Seidenweberinnen Kelzang Choden und ihre Mutter am Gewand der zukünftigen Königin, aufwändig gemustert mit geometrischen Formen in Gelb und mit Goldfäden durchwirkt. "Ihre Kleidung ist ihrem Element angepasst", erklärt Choden. "Rot ist zum Beispiel Feuer und gelb die Erde. Ihr Element ist die Erde, deshalb wird das Kleid wahrscheinlich hauptsächlich gelb."

Die ehemalige britische Kolonie ist eines der abgelegensten und abgeschottetsten Länder der Welt. Berühmt geworden ist Bhutan mit seiner Erfindung des "Bruttonationalglücks", mit dem die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft mit dem Wohl der Bürger verknüpft wird. Bis in die 60er-Jahre hatte das Land keine eigene Währung oder Straßen. Erst seit 1999 wird ein Fernsehprogramm ausgestrahlt.

Bis heute widersteht der südasiatische Staat außerdem der Versuchung, den Massentourismus ins Land zu lassen. Stattdessen werden immer nur kleine exklusive Reisegruppen mit gut betuchten Besuchern genehmigt.

( AFP )