Sicherheit

Kenia lässt Polizei vor Strandhotels patrouillieren

Kenia hat nach der Entführung mehrerer Touristen durch somalische Banditen die Sicherheitsvorkehrungen in Lamu verschärft. Vor den Hotels und Strandvillen patrouillierten nun rund um die Uhr Polizisten, erklärt der Tourismusminister Najib Balala.

Weitere Beamte sollen die Grenze nach Somalia sichern, die geschlossen bleibt. Ein Hubschrauber soll 24 Stunden lang über dem grenznahen Küstenstreifen kreisen. Schiffe, die in Kenia einlaufen, würden strengsten Sicherheitschecks unterzogen.

Nach den jüngsten Entführungsfällen auf dem kenianischen Inselarchipel Lamu droht der Tourismusindustrie der Region eine Krise. Es habe bereits "massive Absagen" von Hotelbuchungen und einen "Exodus von Touristen" gegeben, berichtete die Zeitung "The Standard". Bewohner und Hoteliers warfen der Regierung vor, nicht genug zu tun, um die Sicherheit von Urlaubern zu gewährleisten.

Am vergangenen Wochenende hatten Kidnapper auf der Insel Manda eine Französin verschleppt. Knapp einen Monat zuvor war eine britische Touristin in einem Luxusresort in Lamu gekidnappt worden. Ihr Ehemann wurde von den Tätern erschossen. Von beiden Frauen fehlt jede Spur. Es wird vermutet, dass sie nach Somalia gebracht wurden. Die Täter sollen der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz angehören.

Rund 500 Hotelangestellte hätten wegen des ausbleibenden Touristenstroms entlassen werden müssen. "Wir sind schwer getroffen, weil Touristen aus der Region flüchten", sagte der Hotelbesitzer Ghalib Alawi.

Am Dienstag war Polizeichef Mathew Iteere nach Lamu geflogen, um mit kenianischen Sicherheitskräften das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein Regierungsmitarbeiter auf dem Archipel erklärte, Hoteliers seien aufgefordert worden, ihre Resorts nicht zu schließen und weiterzuarbeiten.