Prozess

Jackson-Arzt soll Rettungssanitäter belogen haben

Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Leibarzt von Michael Jackson soll am Todestag des Popstars die eintreffenden Rettungssanitäter belogen haben. Conrad Murray habe falsche Angaben zu Jacksons Gesundheitszustand gemacht, sagte Sanitäter Richard Senneff vor Gericht in Los Angeles.

Laut Senneff hörte Jacksons Herz entgegen den Angaben des Arztes mindestens 20 Minuten vor der Ankunft der Sanitäter auf zu schlagen. Senneff sagte, Murray habe beim Eintreffen der Sanitäter am 25. Juni 2009 um 12.26 Uhr verschwiegen, dass er seinem Patienten das starke Betäubungsmittel Propofol verabreicht hatte. Er habe lediglich angegeben, dass er dem Sänger das Beruhigungsmittel Lorazepam zum besseren Einschlafen gegeben habe. "Er hat nie das Wort 'Propofol' erwähnt." Das bestätigte vor Gericht auch ein anderer Sanitäter, Martin Blount, demzufolge Jackson "sehr blass und sehr dünn" war.

Senneff sagte, Murray habe wie vor Angst gelähmt gewirkt. Der Leibarzt habe gesagt, dass Jackson bei guter Gesundheit sei und nur an Erschöpfung und Dehydrierung gelitten habe. Laut Senneff war der "King of Pop" jedoch schon eine Weile tot, bevor die Sanitäter fünf Minuten nach dem Eingang des Notrufs in Jacksons Villa eintrafen. Jacksons Haut sei bereits kalt, seine Augen trocken und die Pupillen geweitet gewesen. Auch hätten die Sanitäter keine geeignete Vene mehr gefunden, um eine Infusion zu legen, was darauf hindeute, dass seit Längerem kein Blut mehr durch die Adern geflossen sei. Jacksons Herz habe vermutlich entgegen den Aussagen seines Arztes schon "20 Minuten bis eine Stunde" vor dem Eintreffen der Sanitäter aufgehört zu schlagen. Die Staatsanwaltschaft wirft Murray vor, Jackson eine Überdosis Propofol gegeben und ihn dann vernachlässigt zu haben. Dem Arzt drohen bis zu vier Jahre Haft.