Infektionen

Wie Berlins Klinken mit den Krankenhauskeimen umgehen

In allen Berliner Krankenhäusern kommen bakterielle Infektionen vor, sagt Klaus-Dieter Zastrow, oberster Hygieniker des landeseigenen Klinikkonzern Vivantes und Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Die Hälfte der Kliniken verfüge über geschulte Hygienefachkräfte.

In der Hauptstadt gilt seit 2006 für alle Krankenhäuser eine Hygieneverordnung. Die Einhaltung überprüfen die Gesundheitsämter. Laut Patientenbeauftragte Karin Stötzner werden wegen des Kostendrucks auf die Kliniken die strengen Standards nicht immer umgesetzt.

Brar Piening vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité hat häufig Patienten, die mit dem ESBL-Bakterium infiziert sind. In der Charité verfolge man "eine gewisse Kontaktisolierung". Sobald die Ärzte bei einem Patienten den Keim ausmachen, sollen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen verhindern, dass sich dieser weiter ausbreitet: Krankenhausmitarbeiter tragen bei jedem Kontakt Handschuhe und Kittel, alle Flächen und die Zimmer werden komplett desinfiziert. "Beim ESBL-Bakterium handelt es sich um den am stärksten zunehmenden multiresistenten Erreger, den wir derzeit kennen." Regelmäßig diagnostiziert Piening den Darmkeim. Planmäßige Untersuchungen hätten sich bisher nicht etabliert. "Wir können nicht obligatorisch jeden Patienten untersuchen." Auch wenn sich seit Anfang des Jahres der Verdacht erhärtet, dass Patienten den Keim über die Nahrung aufnehmen.