Hochwasser in Thailand

Bangkok: Stadtzentrum bleibt offenbar von Flut verschont

Trotz der noch immer anhaltenden Überflutung mehrerer Viertel der thailändischen Hauptstadt Bangkok scheint das Stadtzentrum von der ganz großen Flutkatastrophe verschont zu bleiben: Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra sagte, wenn kein Regen mehr falle, werde sich die Lage ab Dienstag entspannen. Dennoch schlossen die Behörden erneute Evakuierungen nicht aus.

Deiche und Schutzwälle rund um den Fluss Chao Phraya konnten das Stadtzentrum von Bangkok bislang größtenteils vor den Wassermassen bewahren. Sonnenschein löste zudem mittlerweile den wochenlangen Regen ab. Regierungschefin Yingluck ging nach eigenen Angaben davon aus, dass der Wasserpegel nun allmählich wieder fallen werde. Noch vor Kurzem hatte sie gewarnt, die Wassermassen des Chao Phraya drohten, die Stadt für Wochen zu überschwemmen.

Zehntausende Menschen waren in den vergangenen Tagen aus Angst vor den Wassermassen aus Bangkok in Richtung der Küstenregionen geflohen, nachdem die Regierung fünf arbeitsfreie Tage angeordnet hatte. Am Sonntag kündigte die Regierung aber an, die Tage nicht zu verlängern.

Dennoch forderten die Behörden die Einwohner in den vier nördlichen Stadtteilen Lak Si, Lad Prao, Chatuchak und Bang Khen auf, sich für weitere Evakuierungen bereitzuhalten. "Das Problem ist noch nicht behoben. Die Lage ist weiterhin ernst", sagte der Gouverneur von Bangkok, Sukhumbhand Paribatra, am Sonntag. Die Behörden wollen die verbliebenen Wassermassen durch Kanäle in und um Bangkok in den Golf von Thailand leiten.

Das Land erlebt seit etwa drei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Über 380 Menschen kamen durch die Wassermassen bislang ums Leben, etwa neun Millionen Menschen verloren ihre Bleibe. Besonders der Norden und das Zentrum des Landes sind betroffen.