Unglück

Ermittlungen nach Gondel-Unfall auf Bremer Volksfest

Rot-weißes Absperrband riegelt das Karussell rundherum ab. Die fünf bunt bemalten Fangarme der "Krake" stehen still. Polizisten laufen zwischen den kleinen Gondeln hin und her.

Von dem Karussell hatte sich am Donnerstagabend eine Gondel gelöst. Nach Angaben eines Polizeisprechers hätte der Unfall deutlich schlimmer ausgehen können. So sei die Gondel nicht wie zunächst behauptet direkt in die Gruppe wartender Menschen geschleudert worden, sondern nur gegen ein Geländer geprallt. Zuvor sei sie bereits einmal auf dem Boden aufgesessen, was sie abgebremst habe. Neun Menschen wurden trotzdem verletzt. Eine junge Frau schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

Nach Polizeiangaben war der Grund für den Unfall eine gebrochene Achse. Der Betreiber stoppte das Fahrgeschäft umgehend. Das Gerät wurde von der Polizei beschlagnahmt und soll auch nicht mehr in Betrieb gehen.

Am Freitagvormittag untersuchten Ermittler des TÜV das Fahrgeschäft. Zudem sollten Gespräche mit dem Betreiber geführt werden, sagte der Polizeisprecher. Laut Staatsanwaltschaft zeige sich dieser bei den Ermittlungen "äußert kooperativ". Die Behörde hat jedoch Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Der Schaustellerverband reagierte am Freitag mit Betroffenheit auf das Unglück. "Jeder Unfall ist zu viel, und das menschliche Leid, das dahintersteckt, ist schlimm", sagte Verbandsgeschäftsführer Werner Hammerschmidt. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber leider in keinem Lebensbereich. Erst im September hatte es auf einem Volksfest im bayerischen Hemau einen ähnlichen Unfall gegeben. Dort hatte sich an einem Fahrgeschäft ebenfalls eine Gondel gelöst und drei Mädchen schwer verletzt.

Der Bremer Freimarkt gehört zu den größten und zugleich ältesten Volksfesten Deutschlands. Er wurde erstmals im Jahr 1035 ausgerichtet.